Spätabends in Frankfurt 1 starten und frühmorgens in Windhoek 2 landen, dazwischen ein bisschen von Momenten träumen, für die sich zu leben lohnt, das ist doch sicher genau so, wie Sie es sich gewünscht haben. Und so geht es weiter, denn Sie sitzen schon bald am Pool der fabelhaften Gästefarm Etendero und werden jetzt erst richtig die unendliche Weite gewahr, in der Sie angekommen sind. Abends, beim Sundowner auf dem Lalas-Berg, kommt noch der Himmel dazu. Und was für einer.

Vor sehr langer Zeit kamen von Südafrika die San ins Land, bauten sich Grashütten, jagten mit giftgetränken Pfeilen aus dem Holz des Köcherbaums, entdeckten die Heilkraft von Gräsern und hämmerten Geschmeide für ihre Angebeteten. Was hat sich seither getan? Nichts. Sie leben im Historic Living Village der San 3 genauso wie ihre Vorfahren, außer – darauf muss man erst mal kommen – sie sind auf Facebook. Wir sehen ihnen lieber direkt ins Gesicht und wer weiß: Vielleicht lernen wir etwas von ihren 20.000 Jahre alten Weisheiten.

Das Brandbergmassiv in Damaraland (© Kai-Uwe Küchler, Art & Adventure / Chamäleon)
Die Damara kamen aus der anderen Richtung, Schwarzafrika dem Anschein nach, und nennen sich selbst wegen ihrer extremen Hautfarbe »Schwarze Menschen«. Totenfurcht, Heilerkult und das Speisemeisterei genannte Vorkostertum, sind die unveränderten Merkmale ihrer Kultur. Und ein junger Mann, der nach der Initiationsfeier kein erfolgreicher Jäger wird, kann auch bei der Damenwelt einpacken. Im Damaraland 4 liegt im Schutz der rostroten Etendeka-Berge die Palmwag Lodge. Sie bräuchten die Poolbar nicht verlassen, aber Sie könnten. Vielleicht um zu sehen, wer gerade den Uniab-Fluss leertrinkt?
Dritte im Bunde sind die Himba. Leicht zu erkennen an ihrer Tradition, sich den ganzen Körper mit einer Creme aus Butterfett und Ockerfarbe einzureiben. Schützt vor Sonne und Trockenheit. Warum sie sich allerdings in jungen Jahren mit einem Stock die unteren vier Schneidezähne ausschlagen, dient keinem erkennbaren Zweck. Aber fragen Sie sie im Dorf der Himba 5 doch einfach selbst.
Zebras im Etosha Nationalpark (© Rainer Sartorius / Chamäleon)
Vielleicht wissen Sie es noch nicht, aber wenn unsere Zeit im Etosha-Nationalpark 6 7 vorbei ist, werden Sie nie mehr aufhören, davon zu erzählen. Nicht leicht, sich einen 22.000 Quadratkilometer großen Zoo vorzustellen, wo jeder nach seiner Art tun und lassen darf, was er will. Und was da alles reinpasst: 114 Säugetierarten, 110 Reptilienarten, 16 Amphibienarten, 340 Vogelarten. Aber wie viele von jedem, das müssen Sie bitte selbst rausfinden, denn dafür sind Sie bis kurz vor Sonnenuntergang auf Safari.
Zugabe? Überredet! Diesmal zu den Wasserstellen, wo sich bevorzugt Steinböckchen, Spießböcke, Antilopen, Zebras und Elefanten ins Leben spendende Nass stürzen. Was übrig bleibt – falls etwas übrig bleibt­ – ist für die Kleinen: Damara-Dikdik, Zwergmangusten, Buschhasen, Wüstenfüchse, die Kleinfleck-Ginsterkatze, Kronenducker, Honigdachse und Konsorten. Aber wehe, es kommt ein Löwe vorbei.
Familienwanderung im Etosha Nationalpark (© Sandra Schmidt / Chamäleon)
Manches von dem, was Sie in den Stunden des Jagdfiebers gesehen haben, mag Ihnen wie eine Fata Morgana vorgekommen sein. Und dann kommt tatsächlich eine. Auf unserer Route vom Süden des Etosha-Parks nach Osten in die Sambesi-Region liegt die Senke, die vor vielen Millionen Jahren einmal ein See war. Heute lockt das blendende Weiß der Etosha-Salzpfanne viele Tiere in das flimmernde Bild einer Wasserstelle, die keine ist. Wir lassen uns nicht in die Irre führen, fahren weiter ins Otavi-Dreieck 8 und nächtigen in der charmanten Gästefarm Ghaub, die eine hundertjährige Geschichte als ehemalige Missionsstation erzählt.
Fahrt auf dem Okavango (© Kai-Uwe Küchler, Art & Adventure / Chamäleon)
Wenn es im Etosha-Nationalpark zu trocken wird, folgt das Großwild dem Ruf des Wassers in den ehemaligen Caprivi-Zipfel. Hohe Bäume statt dürrer Gräser. Dichter Wald statt weiter Savanne. Kleine Dörfer statt einsamer Weite. Hier ruhen in der unmittelbaren Nachbarschaft des Bwabwata-Nationalparks 9 10 die Luxus-Chalets der Shametu River Lodge. Am Pool liegen und versuchen, den Gesang von 400 Vogelarten auseinanderzuhalten, kann ebenso erfüllend sein wie eine optionale Bootsfahrt in die Nähe von Flusspferden und was sonst noch unvermittelt auftaucht. Die Stimmen, die Sie am Abend in den Schlaf singen, wecken Sie morgens wieder auf. Aber die Sänger sind nicht unter sich. Vier der Big Five sowie Krokodile, Hippos, Buschböcke, Streifengnus, Leierantilopen, Impalas, Kudus, Büffel und die Vielzahl der Kleinen, die auf der Arche unter Deck saßen, bevölkern den weitgehend unberührten Park. Sie alle wundern sich, woher die Typen kommen, die auf vier Rädern durch die Laubwälder pirschen.
Ach ja, Menschen leben auch hier. Alter Adel, die Könige des Caprivi. Was damit gemeint ist, zeigen sie uns im Historic Living Village 11. So viel Temperament ist ansteckend, weshalb wir nicht lange Zuschauer bleiben. Mitmachen ist angesagt, gemeinsam mit den Mafwe singen und ihren Traditionstanz Mahango stampfen. Später, wenn Sie in der Chobe Bush Lodge schon längst im Bett liegen, werden Sie wahrscheinlich immer noch zucken.
Bootssafari im Chobe Nationalpark (© Kai-Uwe Küchler, Art & Adventure / Chamäleon)
Das Opernglas können Sie stecken lassen, denn der Chobe-Nationalpark 12 ist die gute Stube der Großen: Elefanten, Kapbüffel, Giraffen, Pferdeantilopen, Gnus, Steppenzebras und Kudus, die mit hoher Wahrscheinlichkeit noch andere Spielkameraden zu unserer Safari mitbringen werden. Dann wandelt sich die Ruhe der Wildnis zu einem Ruf wie Donnerhall, der von Kilometer zu Kilometer anschwillt. Ein Weltnaturerbe lässt von sich hören, von dem der Entdecker Livingstone an seine Königin schrieb, es sei das Schönste, das er in Afrika zu Gesicht bekommen habe: Die Victoriafälle 13, wo der Sambesi zehn Millionen Liter Wasser mit entsprechender Begleitmusik 110 Meter in die Tiefe schickt. Pro Sekunde, versteht sich.
Haben Sie’s bemerkt oder ist es vor lauter Spannung untergegangen? Wir waren mal kurz in Simbabwe, weil es der Sambesi nicht bis Botswana geschafft hat. Nun sind wir für eine Atempause wieder zurück und haben dafür die Nata Lodge am Rand der Makgadikgadi-Salzpfannen 14 ausgesucht. Egal, ob im Pool oder in der Badewanne Ihres Zimmers, der Blick in das vollbelegte Vogelparadies gehört immer dazu. Was Sie in der Salzpfanne zu sehen bekommen, sollten Sie nicht in jedem Fall für bare Münze nehmen. Bis auf die Skelette derer, die auf die Spiegelbilder hereingefallen sind. Aber das kann uns nicht passieren. Hoffentlich.
Moremi Crossing (© Kai-Uwe Küchler, Art & Adventure / Chamäleon)
Wer vom Okavango-Delta 15 spricht, meint die unvorstellbare Fläche von 20.000 Quadratkilometern Feuchtgebiet, aufgefächert in unzählige Wasserläufe, in denen sich 1.300 Pflanzenarten, 71 Fischarten, 33 Amphibienarten, 64 Arten von Reptilien, 444 Vogelarten und 122 Sorten Säugetiere sauwohl fühlen, bis der Okavango spurlos in der feuerroten Kalahari-Wüste versickert. Dann ist Schluss mit lustig, aber bevor es so weit ist, lassen wir uns noch bei ein paar Safari-Stunden hin- und herreißen. Dieses Naturschauspiel in einem optionalen Rundflug zu erleben, gehört zweifellos zu den Momenten, für die es sich zu leben lohnt.
Für einen Tag mit den Big Five muss es das Moremi-Wildreservat 16 sein. Mitgeliefert werden fast alle Raubtierarten des südlichen Afrikas. Für alles, was Ihnen möglicherweise nicht vor die Kamera gelaufen ist, gibt es eine zweite Chance. Abends, von der Veranda Ihres Hauszeltes in der Gomoti River Lodge, wenn die üblichen Verdächtigen an den Fluss kommen, um einen Absacker zu trinken.
Projekt Bana Ba Letsatsi (© Chamäleon)
»The wheel is come full circle.« Wo uns die Wasser suchenden Tiere aus dem Etosha-Nationalpark entgegenkommen, kehren wir zurück auf namibischen Boden. Das rote Waschbrettmuster der Kalahari 17 wird mehr und mehr unser Wegweiser zu einem Finale der Seele. Dann tauchen wie aus dem Nichts die Zipfelmützen der Onjala Lodge 18 auf. Dieses traumverlorene Plätzchen mit Pool, ZenSations Spa und einem eigenen Observatorium ist prädestiniert dafür, sich zurückzulehnen und die Augen zu schließen, damit der Film noch mal von vorn beginnt. Und spulen Sie ihn so oft zurück, wie es Ihren Gefühlen gut tut. Der sagenhafte Sternenhimmel der südlichen Hemisphäre wartet solange.
Die Sternwarte in Onjala bei Nacht (© Franz Hofmann, Astrotech / Chamäleon)
Man fährt nicht einfach so weg, man nimmt Abschied von den Großen und Kleinen, von denen mit dicken und denen mit dünnen Beinen. Auf einer letzten Fußpirsch durch die Dornbuschsavanne der Onjala Lodge winken Giraffen, Gnus, Kudus und Konsorten. Winken Sie zurück, denn in Windhoek 19 wartet bereits der Flieger, der Sie schon wieder durch die Nacht zurück nach Frankfurt 20 bringt. Nur werden Sie diesmal etwas mehr zu träumen haben.
Sambesi - 20 Tage Wunderwelten-Reise
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