Klingt nicht schlecht, oder? Von Ihrem Wunschflughafen nach Paris und von dort nach Madagaskar, wo Sie am späten Abend, aber immerhin noch am selben Tag, in Antananarivo 1 in die weichen Kissen Ihres Hotels Les 3 Métis sinken.
In Antananarivo (© Lena Labryga / Chamäleon)

Nur weil Madagaskar der zweitgrößte Inselstaat der Welt ist, kann sich ein fast 700 Kilometer langer Wasserwurm durch eine Vielzahl von Lagunen winden. Er ersetzt die Straße, also heißt es umsteigen zur idyllischen Motorbootfahrt ins Traumnest. So jedenfalls die Übersetzung von Ankanin’ny Nofy 2 3, einem Dorf, wo vor gefühlt hundert Jahren die Zeit stehen geblieben ist. Der Ruhe und Schönheit dieses paradiesischen Fleckens am Indischen Ozean hat das nicht geschadet. Und das Hotel Palmarium, wo sich in leichter Brise Ihre Hängematte wiegt, fügt den Rest zu Ihrem Glück dazu. Aber irgendwann ist auch mal gut mit Schaukeln, denn im Naturreservat am Lac Ampitabe weiß Ihr Naturführer praktisch alles über das Aufgebot an Pflanzen und Tieren, von denen viele endemisch sind, also nirgendwo sonst als nur auf Madagaskar vorkommen.

Lemuren in Antananarivo (© Andreas Haberlag / Chamäleon)
Wo die Existenz des Menschen bedroht ist, hat oft die Natur das Nachsehen. Raubbau und die Erschöpfung der natürlichen Ressourcen zu verhindern, hat sich das Schutzgebiet Maromizaha zur Aufgabe gemacht. Den Erhalt der einzigartigen madagassischen Biodiversität mit dem Erhalt der menschlichen Existenzgrundlage in Einklang zu bringen, ist ein zähes Ringen. Wir ringen ein bisschen mit und pflanzen ein paar endemische Baumarten. Hingegen ist in der tropischen Vegetation des Andasibe Hotels 4 die Welt noch in Ordnung. Jeder Bungalow mit eigener Terrasse und einem Pool, in dem Sie um mindestens fünf Ecken schwimmen können.
Dorfgemeinschaft in Andriambilany (© Maja Lamme / Chamäleon)
Den Wecker brauchen Sie nicht zu stellen, das übernimmt von 30 Gramm leichten Goodman-Mausmakis bis zum Schwergewichtler Indri indri die ganze Sippschaft der Lemuren, die im Andasibe-Nationalpark 5 zu Hause sind. Zutraulichkeit gehört zum Wesen der farbenfrohen Witzbolde, weshalb Sie es als Freundschaftsbeweis deuten sollten, wenn einer auf Ihre Schulter hüpft. Stillhalten, bis das Sensationsfoto geschossen ist. Aber Motive gibt es noch viel mehr: Chamäleons, Orchideen, Seerosen wie Pfannkuchen, Rosenholz- und Schraubenbäume. All-inclusive bei einer Kanufahrt durch das Vakona-Reservat.
Rikschafahrt in Antsirabe (© Maja Lamme / Chamäleon)
Nicht nur die, die vor Madagaskar lagen und die Pest an Bord hatten, haben aus heutiger Sicht den kulturellen Reichtum der Insel beflügelt. Das Königreich der Merina hat immer noch den größten Einfluss. Ihre Vorfahren kamen vom Malaiischen Archipel. Die Franzosen haben das Savoir-vivre eingeschleust. Nur am Leben der Bauern hat sich nicht viel getan. Wollen Sie es sehen? Manandona 6, ein einfaches madagassisches Dorf und dem Anschein nach Erfinder der Gastfreundschaft, hat sein Gästehaus Bakobako für uns geöffnet. Kein Strom, kein Wasser, aber viel Fröhlichkeit für das authentische Lebensgefühl. Und wenn Sie auf Komfort bestehen, erhitzen die Dorfbewohner gern einen großen Topf Wasser für Sie.
Arbeit auf den Reisfeldern (© Gassy Tour / Chamäleon)
Das Leben im zentralen Hochland ist mühsam, aber die Freundlichkeit und das Lachen der Kinder umso herzlicher. Der vielstimmige Chor, der aus den Klassenzimmern der Grundschule quillt, gilt dafür als Bestätigung. Der klingt noch bis zu den Betsileo nach, drittgrößte Bevölkerungsgruppe Madagaskars und berühmt für ihre Holzschnitzkunst, die sogar von der UNESCO in die Liste des immateriellen Erbes der Menschheit aufgenommen wurde. Würde es ein Wohlfühl-Seelenschmeichel-Erbe geben, müsste Ranomafana 7 auch auf die Liste. Und ganz oben unser Hotel Thermal Ranomafana, das in diesem vulkanischen Landstrich von heißen Quellen umzingelt ist.
Perfekte Tarnung (© Claudia Gütlich / Chamäleon)
Zu Hause wäre es allenfalls ein Schimpfwort, aber der artenreiche Ranomafana-Nationalpark 8 ist stolz auf seine Halbaffen, die zusammen mit Amphibien, Reptilien, Schleichkatzen und Hunderten endemischen Vogelarten den immergrünen Regenwald unsicher machen. Sollen sie ruhig durch den Dschungel des Weltnaturerbes turnen, wir haben noch eine Verabredung in Fianarantsoa, der Hauptstadt des Betsileo-Landes. Wenn Sie den Namen übersetzen, kommt »wo man das Gute lernt« heraus, und außer der traditionellen Architektur der Altstadt kann damit eigentlich nur Pierrot Men gemeint sein, der berühmte Fotograf Madagaskars, mit seinen noch berühmteren schwarz-weißen Stimmungsfotografien. In Fianarantsoa hat er sein Atelier. Und unser Hotel La Rizière hat gleichzeitig eine Cateringschule. Eine geniale Kombination, geben wir den Jugendlichen doch mit jedem Bissen ein Stück mehr Zukunftsperspektive.
Schlange ganz nah (© Maja Lamme / Chamäleon)
Die ganze Sippschaft der Lemuren ist im Anjà-Naturreservat noch einmal angetreten, dann haben wir vom Betsileo-Land beinahe alles gesehen. Das Gebiet der nomadischen Bara ist ebener, und ausgedehnte Weidelandschaften mit den typischen Satrana-Palmen führen uns zu einer Perle der Erholung, der Satrana Lodge am Rande des Isalo-Nationalparks 9 10. Eine Filmkulisse ist nichts gegen die hohen Sandsteinberge, die wie Soldaten dastehen. Machen Sie das, was Sie im Film nicht können: Rein in die Kulisse und wandern zwischen fantastischen Felsformationen zu grünen Oasen, glasklaren Bächen und Naturpools. Wenn sich außer Ihnen etwas bewegt, könnten es rotäugige Kattas oder weiße Larvensifakas sein. Wenn jemand bunte Scheinwerfer einschaltet, ist Sonnenuntergang am Felsen.
Treiben auf den Straßen Madagaskars (© Andreas Haberlag / Chamäleon)
Go west wäre zwar keine korrekte Richtungsangabe, doch wurde aus dem Dorf Ilakaka ein westernähnliches Eldorado, seit dort Saphire gefunden wurden. Wie im Rausch hat die Verheißung reicher Edelsteinfunde die Menschen angezogen. Es sind noch Claims frei, aber einen kornblumenblauen Saphir günstig kaufen, geht wahrscheinlich schneller. Dann beschließen wir unsere Zeit in den faszinierenden madagassischen Bergen und laufen an der Küste in Tulear 11 ein wie einst die Piraten. Bitte umsteigen ins Motorboot, es geht gemächlich zwischen den Einbaumbooten der Vézo-Fischer zum südlichen Wendekreis in die türkisblaue Lagune von Anakao 12. Keine Touristen, nur wir und die vom Korallenriff geschützte Badebucht. Die Versuchung, liegen zu bleiben, ist groß, aber in der Anakao Ocean Lodge gibt es außer einem endlosen Sandstrand in Puderweiß auch noch behagliche landestypische Bungalows und eine ausgezeichnete Küche.
Strandspaziergang auf Nosy Ve (© Maja Lamme / Chamäleon)
Anakao 13 bedeutet »Dein Kind« und ist das größte Dorf der Nomadenfischer Vézo. Wir nehmen es als Freibrief, auf der vorgelagerten Vogelinsel Nosy Ve noch einmal richtig kindisch, sprich: ausgelassen zu sein. Wie ein Fisch am Riff oder eine Robbe im Sand. Fühlen wie ein Lappentaucher und quaken wie ein Madagaskarfrosch. Nur zu, es hört Sie keiner. Am Strand der Lodge dürfen Sie wieder zivilisierter auftreten, beim Windsurfen, Einbaumfahren, Schnorcheln, Angeln oder Träumen. Aus der Traum, in Tulear wartet der Flieger, der uns zurück nach Antananarivo 14 bringt. Auf dem berühmten Handwerkermarkt der Hauptstadt könnte man Stunden verbringen für ein kleines madagassisches Kulturgut. Irgendwas findet sich immer, und dafür wird es sich am Ende gelohnt haben.
In Ambohimanga (© Anna Sagerer / Chamäleon)
Die turbulente Historie der fast 400 Jahre alten Hauptstadt Antananarivo 15 – machen Sie’s kurz und sagen Sie wie die Einheimischen einfach nur »Tana« – hat viele Zeitzeugen zurückgelassen, die spannende Geschichten erzählen: die äußerlich wieder aufgebaute Ruine des alten Palastes der Merina-Könige, den Präsidentenpalast und Zoma natürlich, den traditionellen Markt für alles und jedes, der früher die gesamte Innenstadt lahmlegte und seither auf verschiedene Stadtteile verteilt ist. So schließt sich der Kreis Ihrer Reise, denn am Flughafen werden schon die Vorbereitungen für Ihren Rückflug via Paris nach Hause 16 getroffen. Tschüss, ihr Lemuren, tschüss, ihr Chamäleons, wir kommen wieder.
Isalo - 16 Tage Wunderwelten-Reise
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