Bei allem, was Sie über Malawi sehen, nachschlagen oder googeln, stoßen Sie ziemlich bald auf den Begriff »Landesnatur«. Überspitzt könnte man sagen: Städte? Schwer zu finden. Bevölkerung? Gut versteckt. Wirtschaftsleben? Kaum der Rede wert. Und was bleibt dann noch? Es bleiben die 91 Prozent, zu denen Malawi aus der sagenhaften Natur des Ostafrikanischen Grabenbruchs besteht. »Das gibt’s doch gar nicht«, gehört zu den beliebtesten Kommentaren dieser Reise. »Ich werd verrückt«, wird auch gern gesagt. Zwar haben wir noch jeden klaren Verstandes wieder zurückgebracht, aber doch ein bisschen anders, als er kam. Der Unterschied sind die Bilder, die einem nicht mehr aus dem Kopf gehen. Wenn Sie trotzdem, möglicherweise jetzt erst recht, Malawi sehen wollen, seien Sie pünktlich in Frankfurt 1 für unseren Nachtflug via Addis Abeba nach Lilongwe. Koffer geschnappt und gleich los durch das Vogelparadies des Dzalanyama-Hochlandes 2. Zwischen Urwald und Bächen, wo die Straßen schon lange keine mehr sind, liegt das Versteck der Dzalanyama Forest Lodge. In der Herzkammer der malawischen Natur.
Dorfhütten (© Gerrit Groenewold / Chamäleon)
Wie lebt es sich weit ab vom Schuss? Wissen die Dorfbewohner heute schon, was morgen ansteht? Wer ist wofür eingeteilt und wer unterrichtet die Kinder? In einem Dorf der Chewa 3 lassen wir uns durch den Alltag des Bantu-Volkes führen, und wenn er nicht gerade unabkömmlich ist, wird uns der Dorfälteste seinen Plan für morgen verraten. Er verteilt die Aufgaben nach aktuellem Bedarf. Legt fest, wer den Mais mahlt und wer sich um den Nachschub an frischem Wasser kümmert. Wer welche Leitungsaufgaben übernimmt und wer als Doktor eingeteilt ist, was allerdings mehr mit Schamanismus denn Heilkunde zu tun hat. So entsteht der Tagesplan seiner Ergebenen. Heute zum Beispiel hat er die Frauen angewiesen, ihr bestes Mittagessen zu kochen. Und den Männern hat er gesagt, sie sollen ein Premium-Bier dazu brauen. Alles für uns. Auf den Mann kann man sich verlassen.
Aufmerksame Impalas (© Gerrit Groenewold / Chamäleon)
Weil Malawi nur sehr schmal ist, ist es nirgendwo sonderlich weit bis zur nächsten Grenze. Da wäre es ein Jammer, nicht mal kurz in den berühmtesten Nationalpark Sambias auszubüxen. Für Fotosafaris ist der Südluangwa 4 5 6 ein Himmel auf Erden. Denn weil sich der Luangwa durch das schwer zugängliche Terrain des Nationalparks windet, wurde er zum Spielplatz einer Artenvielfalt, die in dieser Konzentration nur ganz selten vorkommt. In der gehobenen Küche würde man es so nennen: Löwe an Flusspferd, Giraffe an Sattelstorch, Elefantenfamilie an Pavian, Krokodil an Crawshay-Zebra und so weiter. Wobei von vielen dieser Spezies auch Unterarten durch den Miombowald spazieren, die nur hier vorkommen. Für dieses dreitägige Abenteuer mit Pirschfahrten im Tagesrhythmus der Wildtier-Herden braucht es einen Ausgangspunkt, der erholsam und aufregend, komfortabel und genussvoll zugleich ist. So ein Plätzchen kann eigentlich nur am Ufer des Luangwa liegen. Ein begnadeter Beobachtungsposten, der Ihnen keine Bewegung abverlangt. Nur dasitzen, Cocktails schlürfen und gespannt der Hackordnung am Fluss zugucken, bis im Open-Air-Restaurant die Teller klappern.
Felsmalereien in Dedza (© Land & Lake Safaris / Chamäleon)
Nun aber wieder zurück nach Malawi. Und rechtzeitig in Dedza 7 gebremst, sonst landen wir versehentlich in Mosambik. Drei Dinge prägen das Leben in Dedza: Kartoffeln, die uns mehr am Abend interessieren, wenn in der Mapiri Lodge die Genüsse der heimischen Küche aufgefahren werden. Dann die Felsmalereien der Chewa, die diese vor 2.500 Jahren vom Pygmäenvolk der Batwa übernommen haben und die auch heute noch zu ihrer Tradition gehören. Anders als bei den naturalistischen Felsmalereien im südlichen Afrika wird hinter den grafischen Symbolen eine kultische Absicht vermutet. Regenmachen könnte es gewesen sein, was wir zumindest für heute nicht hoffen wollen. Und drittens ist Töpfern eine hoch angesehene Kunst in Dedza, weshalb es kaum einen Lebensbereich gibt, der vom schöpferischen Drang der Tonkünstler verschont bleibt. Auch Sonnenuntergänge zählen zu den bevorzugten Motiven, die Töpfe und Kacheln zieren, aber den empfehlen wir Ihnen im Original. Oben, auf dem Dedza-Berg.
Giraffen am Luangwa River (© Land & Lake Safaris / Chamäleon)
Was werden Sie wohl sagen, wenn wir Ihnen eine Auszeit der unwiderstehlichen Art anbieten? Sie werden gar nichts sagen, einfach nur staunen: eine Lodge in wundervoller Lage, mit einem Zickzackpool für Sie und einem See eigens für die Wildtiere im Chimwenya Game Park 8. Aber wie der alte Konfuzius schon wusste: Der Weg ist das Ziel. Und der führt mit Ausblicken auf den Malawisee durch die tausend Grüns des zauberhaften Shire-Hochlandes. Und dann liegt sie da, die Game Haven Lodge. Einem Golfplatz nicht unähnlich, nur mit mehr Giraffen, Elandantilopen und Konsorten. Ihr Lieblingsplatz für heute ist schon gebucht: Barterrasse mit Sonnenuntergangskino. Für morgen ist Kaffee und Tee angekündigt. Zum Frühstück sowieso und danach höchst professionell auf der Satemwa-Plantage 9 inklusive Geheimnisverrat aus fast 100 Jahren kultivierten Bohnen und Blättern. Mehr davon vom Thyolo-Berg, der im 360-Grad-Panorama die ganze Herrlichkeit offenbart, die der Monsun hier gedeihen lässt.
Markt in Zomba (© Gerrit Groenewold / Chamäleon)
Grün war bereits die vorherrschende Farbe der letzten Tage, warum zur Abwechslung nicht mal Grün an der Grenze zum Wahnsinn? Als wolle es noch einmal zeigen, was eine echt malawische Landschaft ist, setzt das Zomba-Plateau 10 einen grandiosen Schlusspunkt an das Shire-Hochland. Mit über 47 Quadratkilometern auf 2.000 Metern Höhe dient es der Zomba-Region als Zapfstelle für die begehrten Niederschläge und bildet damit die natürliche Voraussetzung für einen dicht besiedelten, wohlhabenden Landstrich. Der Wochenmarkt in Zomba ist ein lebhafter Beweis dafür. Wir bleiben aber nicht unten, wir wollen nach oben und finden auf dem Plateau eine unvermutete Traumwelt. Schon die Fahrt hinauf ist begleitet vom andauernden Klicken der Kameras, und oben angekommen dominiert ein einziger Wunsch: Hier will ich bleiben. Wunsch erfüllt. Das Ku Chawe Resort ist unser, wenn auch nur für eine Nacht. Aber was für eine.
Büffel (© Land & Lake Safaris / Chamäleon)
Zeit, vom Traum auf den Boden der Tatsachen zurückzukehren. Wobei auch diese traumhaft sein können, und das sind sie in der Tat. Denn der Liwonde-Nationalpark 11 ist der Stolz der Malawier. Was darf es denn sein? Elefanten, Flusspferde, Wasserböcke, Meerkatzen, Säbelantilopen, Gelbe Paviane, Fischadler, Eisvögel, Braunbrust-Bartvögel, der Grüne Twinspots oder die farbenprächtigen Bienenfresser vielleicht? Die Bilder gleichen sich: Wo Wasser ist, da ist Leben im Überfluss. Nur in der Flusslandschaft des Liwonde-Parks, da ist es noch mal so viel. Das spricht für eine Bootssafari zu den Dickhäutern, von denen meist nur die Öhrchen aus den Fluten gucken, aber lassen Sie sich von dem Begriff Zwergflusspferd nicht irreführen. Auch sie sind ein fünf Zentner schweres Fass auf Beinen, das sich tagein, tagaus durch die Gemüsebeete frisst. Mvuu werden sie hier genannt, und wenn Sie heute am Ufer des Shire im Mvuu Camp übernachten, können Sie sich bestimmt denken, warum. In der Mua Mission 12 steht der Mensch im Vordergrund. Künstler, Handwerker, Kultur und die malawische Geschichte. Bewahrt und gepflegt bis in die authentische Ausstattung unserer Unterkunft.
Bootsfahrt auf dem Malawisee (© Gerrit Groenewold / Chamäleon)
Vom Segen des Wassers war schon viel die Rede, aber so viel Wasser war noch nie. Und so viel Segen vermutlich auch nicht, jedenfalls nicht für Sie. Der Malawisee 13 14 gehört zu den größten Seen der Erde. Sein Artenreichtum ist legendär, und während unseres Schnorcheltrips können Sie eine ganz spezielle Spezies hinzufügen: sich selbst. Glasklar lockt das blaugrüne Glitzerwasser, und wenn Sie reinblicken, schaut Sie eine atemberaubende Unterwasserwelt an. Bei dem Versuch, die verschiedenen, zum Teil endemischen Buntbarscharten zu zählen, scheiterten die Ichthyologen bei 450, aber bis zu 800 sollen es sein. Wenn Sie lange genug unten bleiben, entdecken Sie vielleicht eine, die noch keiner kannte: Cichlidis mullerensis zum Beispiel. Aber nur, wenn Sie Müller heißen. Man sagt, das Livingstonia Beach Hotel liegt am schönsten Fleckchen des Malawisees. Und wenn Sie ein intimes Himmelreich schätzen mit direktem Zugang zur privaten Bucht und einem Open-Air-Restaurant im Garten, dann werden Sie hier die Stunden Ihres Lebens verbringen.
Teepflücker bei der Arbeit (© Land & Lake Safaris / Chamäleon)
Bleiben Sie nach dem Sonnenuntergang einfach sitzen. Die Wechselbilder der Nacht, die Stille, die seidige Luft, die ein bisschen nach Wehmut schmeckt – alles strebt zu dem Augenblick, wenn sie wieder aufgeht. Eine beispiellos sinnliche Ouvertüre zu Ihrem letzten Frühstück. Ein malawisches Abschiedsgeschenk, denn danach folgen in dieser Reihenfolge nur noch die Sehenswürdigkeiten von drei Flughäfen: Lilongwe, Addis Abeba, Frankfurt 15. Schwamm drüber.
Liwonde - 15 Tage Wunderwelten-Reise
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