Kaum, dass die Sonne in Frankfurt 1 untergegangen ist, geht es nur noch darum, sich in den Flugzeugsitz zu kuscheln und ein bisschen zu träumen. Kaum, dass die Sonne in Windhoek aufgegangen ist, ist der Traum auch schon wahr geworden. Genussvoller lässt sich eine Reise kaum beginnen, und bei allen Abenteuern, die Sie zu bestehen haben, soll Genuss auch das Leitmotiv bleiben. Eine lebensechte Farm, das Ouhave Country Home 2 3, empfängt Sie auf namibisch-herzliche Art mit Familienanschluss. Seit drei Generationen pressen sie dem staubigen Boden mit Rinderzucht, Pekanussbäumen und dem Abbau von Holzkohle ein auskömmliches Leben ab. Und dennoch: Wenn Hans Sohrada über seine Farm führt, spürt man sein Glück. Über die Freiheit, die fehlende Hektik, die Natur, die Ruhe und den Sternenhimmel. Vom Pool sagt er nichts, aber der ist ja auch für Sie.
Ein Kudu (© Peter Pack, Pack Safari / Chamäleon)
Die traumhaften Landschaftsbilder der Otavi-Berge 4 5 begleiten uns in den Norden, und abgesehen von ein paar Termitenhügeln entsteht der Eindruck, dass wir die Ersten sind, die hier vorbeikommen. Bis auf die !Uris Safari Lodge natürlich, wir haben schließlich ein Ziel. Allerdings sieht man sie nicht, denn 30 Hektar Land ernähren in Namibia ein Wildtier, da kann man sich ausrechnen, welche Dimension eine Farm haben muss. Sie hat. Mit eigenem Wildpark, durch den Warzenschweine, Antilopen, Elands, Kudus und winzige Steinböckchen galoppieren. Dann endlich sind wir da. Für zwei entspannte Tage zwischen Safari und seelenpflegendem Lassfahridahin.
Zebrakampf am Wasserloch (© Jan Daske / Chamäleon)
22.000 Quadratkilometer sind etwas viel zum Laufen, und im Zweifelsfall ist der Leopard auch schneller als Sie. Also seien Sie dankbar, dass für unsere Abenteuer im Etosha-Nationalpark 6 7 der Safaribus bereitsteht. Eine unübersehbare Masse an Tieren in freier Wildbahn, von Giraffen bis Geparden, von Nashörnern bis Antilopen, von Gnus bis Kudus, Löwen, Leoparden und dann die zweite Garnitur der Schöpfung, das Damara-Dikdik, Zwergmangusten, Buschhasen, die Kleinfleck-Ginsterkatze, Kronenducker, Honigdachse und, und, und, ergeben zusammen 580 Säugetier- und 340 Vogelarten. Reicht das oder darf es noch etwas mehr sein? Für den Fall spiegelt Ihnen die Etosha-Salzpfanne gern einige Figuren vor, die es in Wirklichkeit nicht gibt.
Begegnung ()
Eine Safari geht noch zu den Frühaufstehern im Etosha-Park, dann haben Sie ganz nebenbei genug Staub gesehen für ein reinigendes Intermezzo im Pool der Sophienhof Lodge. Auftauchen und die atemberaubende Landschaft der Fransfontein-Berge 8 vor sich ist eins. Aber zwischen Lodge und Horizont wechseln Giraffen, Geparden, Impalas und Weißschwanzgnus ihr Revier, und was spricht schon dagegen, sich für eine Wildbeobachtungsfahrt noch einmal aufzurappeln? Gegen Belohnung, versteht sich. Wie anders soll man einen afrikanischen Sonnenuntergang sonst nennen?
Besuch im Waisenhaus Ngatuve Vatere (© Patrick Neumann / Chamäleon)
Schon mal daran gedacht, wie in dieser Abgeschiedenheit Zukunftsperspektiven für die Kinder der Einheimischen entstehen sollen? Die Antwort: gar nicht, es sei denn, jemand nimmt sich ihrer an und ebnet ihnen den Weg in eine lebenswerte Zukunft. In Kalkfeld ist das Jennifer Tjitamisa mit ihrem Projekt Ngatuve Vatere, das 40 Kindern zwischen einem und 16 Jahren ein Zuhause gibt. Einschließlich Hausaufgabenbetreuung. Und wer unterstützt Jenny? Da springt die Chamäleon Stiftung ein, mit Heimausstattung, gesundem Essen und Sicherstellung der medizinischen Versorgung. Entsprechend lautstark ist unsere Verabschiedung. Stört aber nicht, dafür macht das vulkanische Erongo-Gebirge 9 seit 60 Millionen Jahren keinen Mucks mehr. Es steht uns glücklicherweise im Weg zu einem Hort wunderbarer Abgeschiedenheit: Omandumba, der »Platz, wo der Bitterbusch wächst«.
JU/Hoansi San (© Günter Lang / Chamäleon)
Wie fast überall in Namibia geht das Ackerland von Omandumba auf die Zeit zurück, als ein Hektar Grund und Boden für 50 Pfennige verscherbelt wurde. Und oft kam erst nach dem Kauf die Überraschung, was noch alles im Preis enthalten war. Für Ihre Gastgeber Harald und Deike Rust waren das die prähistorischen Felszeichnungen auf dem 5.000 Hektar großen Gelände. Die Nachfahren der »Künstler« leben auch 20.000 Jahre danach immer noch so, als sei die Zeit stehen geblieben. So zu bestaunen im Erongo 10, im »lebenden Museum« der San und bei einer Wanderung durch die Geschichte eines Stammes, der immer noch mit eigenhändig vergifteten Pfeilen jagt.
Die Spitzkoppe -  das Matterhorn Namibias (© Kai-Uwe Küchler / Chamäleon)
Zeit, sich vor dem Abschied vom Erongo-Gebirge ein paar unvergessliche Bilder einzuprägen, wenn die Sonne die Natur wachküsst und Wolkenschatten über die Felsenlandschaft huschen. Dann aber der Szenenwechsel in eines der unsterblichen Erbstücke deutscher Kolonialzeit: Swakopmund 11 12. Ihr Sea Breeze Guesthouse liegt nur einen Katzensprung vom Atlantikstrand entfernt, und ein Spaziergang in den Sonnenuntergang wäre nicht der schlechteste erste Eindruck. Der zweite ist noch besser. Swakopmund ist Multikulti vom Allerfeinsten, von der Rheinischen Missionskirche, der Kristallgalerie, dem Hohenzollernhaus über das alte Amtsgericht und das ehemalige Franziskaner-Krankenhaus bis zur Landungsbrücke, auf der nun ein Restaurant steht. Gehen Sie einfach der Nase nach, Sie können die Zeugen der Vergangenheit gar nicht verfehlen, und wenn sich ein Farbiger mit den Worten vorstellt: »Hallo, ich heiße Walter«, ist auch das völlig normal. Aber man muss die Reminiszenzen nicht übertreiben. Eine optionale Dünenrallye im Wüstengürtel zwischen Swakopmund und Walvis Bay, wahlweise eine Katamaranfahrt in die Lagune von Walvis Bay oder ein Rundflug über die Namib-Wüste belegen, dass es auch mal ohne Wandern geht.
Schiefer und Quarzite am Kuiseb Canyon (Kai-Uwe Küchler)
Der Kuiseb ist zwar 560 Kilometer lang, aber Wasser führt er nur selten. Und wenn, dann spült er gewaltige Mengen Sand ins Meer. Danach sind die Schluchten des Kuiseb-Canyons 13 wieder ein bisschen tiefer und spektakulärer. Hier liegt auch die berühmte Henno-Martin-Höhle, in der sich zwei Geologen während des Zweiten Weltkrieges versteckt hielten. Das ausgetrocknete Flussbett des Kuiseb bildet eine präzise Trennlinie zu den rot leuchtenden Dünen der Namib. Da müssen wir rüber, um zu einem der behaglichsten Flecken Namibias zu kommen, der heute und morgen Ihr Zuhause sein wird, die Elegant Desert Lodge. Eine Symbiose aus traditioneller Farmkultur und beglückender Gastfreundschaft.
Dune 45 (© Nicole Nieuwenhuysen / Chamäleon)
Kaum dass die Sonne aufgegangen ist, stehen wir schon in den gigantischen Dünen des Sossusvlei 14. Namib Sand Sea – das Dünenmeer – heißt die älteste Wüste der Welt, die mittlerweile UNESCO-Weltnaturerbe ist. Die einzigartige Lichtstimmung am frühen Morgen wirkt wie ein Zugpferd und begleitet Sie durch ein außerirdisches Farbenmeer, entlang 500 Jahre alter abgestorbener Akazien im Dead Vlei zu den kühn geschwungenen Dünenkämmen. Ein 350 Meter hoher Sandhaufen, das ist der Gipfel. Danach kommt ein schattiges Plätzchen im Sesriem-Canyon gerade recht, den der Trockenfluss Tsauchab zwei Millionen Jahre lang in das Sedimentgestein der Namib hineingeknabbert hat.
Windhoek (© Anja Pilarski / Chamäleon)

Finale wie bei einem Feuerwerk. Durch anmutige Landschaften nach Rehoboth. Besuch bei den Baster. In Serpentinen durch die Auasberge. Das historische Windhoek 15. Christuskirche. Tintenpalast mit Parlamentsgärten und im Namibia Craft Centre die Kultur des Landes in einem Erinnerungsstück finden. Dann ist das Bukett der letzten Erlebnisrakete erloschen, denn der Tower am Flughafen gehört nicht mehr dazu. Am späten Abend geht es los, und wenn Sie diesmal die Augen öffnen, ist es die Sonne in Frankfurt 16. Wenn Sie Glück haben.

Und was wir noch sagen wollten: Schöne Grüße an Ihre Füße. Toll gemacht.

Erongo zu Fuß - 16 Tage Wunderwelten-Reise
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