Haben wir das nicht toll hingekriegt? Nach Ihrem Flug von Frankfurt 1 landen Sie zur schönsten Morgenkaffee-Zeit in Johannesburg 2. Aber das erstbeste Café zu stürmen, wäre ziemlich fantasielos, also fahren wir Sie entlang der Vogelroute durch die zauberhafte Landschaft Mpumalangas nach White River zu Kim und Tim. Die kleine Kaffee-Manufaktur Sabie Valley Coffee, wo Pflücken, Waschen, Sonnen und Rösten noch in den Händen von Tim Buckland liegt, ist ein wundervoller Platz, um anzukommen. Auch deshalb, weil seine Kim zum Kaffee einen waffenscheinpflichtigen Schokoladenkuchen backt.
Farbmagie am Mac Mac Fall (© Ines Hertrampf / Chamäleon)
Wir verstehen ja, dass Ihnen die Big Five schon im Kopf herumspuken, andererseits wäre es eine Sünde, die überwältigenden Naturdramen Südafrikas links liegen zu lassen. Da werfen sich als erste die Mac-Mac-Fälle 56 Meter tief in eine petrolgrüne Lagune. Die lächelt zwar, aber mehr, als zurückzulächeln, ist nicht drin. Also weiter zu dem Abenteurer Tim Bourke, der im Treur River einst winzige Körnchen Gold fand. Euphorisch kaufte er einen Claim und ging Pleite, während sich seine Mitstreiter 100 Meter weiter vor Gold nicht retten konnten. Geblieben sind die Bourke’s Luck Potholes, damit wenigstens für uns ein Stück vom Glück abfällt. Bleiben noch God’s Window und das Meisterstück seiner Schöpfung, der Blyde River Canyon 3. 800 Meter tief und im Gegensatz zu herkömmlichen Schluchten ein Gesamtkunstwerk in Üppiggrün mit Flussbett und den Three Rondavels.
Launischer Löwe (© Hubert Mangelsen / Chamäleon)

Nun ist es so weit. Der Krüger-Nationalpark 4 steht wie kein anderer für Safariabenteuer. 157 Säugetierarten, 507 Vogelarten, 114 Reptilienarten, Unmengen Fische und Amphibien und schließlich die Krone der Schöpfung, die Big Five: Afrikanischer Elefant, Afrikanischer Büffel, Spitzmaulnashorn, Löwe und Leopard. Little Five gibt’s auch und dazwischen mehr, als an einem Tag zu schaffen ist. Aber wir geben alles und wenden zum Schluss noch einen Trick an. Dann liegen wir am Crocodile River auf der Lauer, wenn früher oder später alle Dünnen und Dicken vorbeikommen, um vor dem Einbruch der Nacht einen Absacker zu trinken.

Ausgelassene Stimmung bei den tanzenden Swasi (© Alexander Sass / Chamäleon)
Swasiland hieß es lange Zeit und sein Bruttosozialprodukt bestand zu 40 Prozent aus Coca-Cola. Jetzt nennt es sich Königreich eSwatini 5 und versucht, auf dem Index der menschlichen Entwicklung ein paar Stufen nach oben zu klettern. Wie Tradition und Vision zusammenpassen und welche Rolle der 115 Meter hohe Maguga-Staudamm dabei spielt, erfahren wir von einem lokalen Reiseleiter, der als Einheimischer ganz nebenbei die besten Kontakte zu den Verkaufstischen der Swasi-Kunstmärkte hat. Dann wechseln wir die Monarchie zu König Goodwill Zwelithini kaBhekuzulu, womit auch gleich gesagt ist, wo wir sind: bei den Zulus, dem größten Volksstamm Südafrikas. Aber nicht der König empfängt uns, sondern das wundervolle Ghost Mountain Inn am Mkuze. Und wie Sie mittlerweile gelernt haben, ist am Wasser immer der Teufel los. Was nicht nur für uns im Pool, sondern ganz besonders für unsere Vogelsafari am Flussufer gilt.
Zulu - nahe Eshowe (© Kai-Uwe Küchler, Art & Adventure / Chamäleon)
Was die Vögel am Mkuze, sind im Hluhluwe-Imfolozi Game Reserve 6 die Breitmaulnashörner. Sagenhafte 1.600 sollen es sein. Da ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass wir ein paar von ihnen beim Essen stören, denn 50 Prozent ihrer Tagesaktivität geht dabei drauf, mit ihren verhornten Lippen das Grünzeug abzuraspeln. Mindestens so viel Zeit haben einst Zulus und Briten damit verbracht, sich die Köpfe einzuschlagen. Ist mittlerweile verziehen, aber im Fort Nongquyi eindrucksvoll dokumentiert. Und wie es sich in Friedenszeiten gehört, setzen wir uns in Eshowe 7 zu einem frisch gezapften Zulu Blonde zusammen.
Kapbüffel im Addo Elefant National Park (© Kai-Uwe Küchler, Art & Adventure / Chamäleon)
Sollten sie sich bisher gefragt haben, warum diese Reise Addo heißt, dann werden Sie es gleich verstehen, sobald wir in Port Elizabeth 8 gelandet und in den Armen der Elephants Footprint Lodge willkommen geheißen wurden. Als der »letzte große Jäger« Major Pretorius in einem einzigen Jahr 130 Elefanten erlegt hatte und nur noch elf übrig waren, kehrte im Addo-Busch die Vernunft ein. Der nach seinem Erbauer benannte Armstrong-Zaun war der erste Schritt zum Addo-Elephant-Nationalpark 9. Bis wir mit dem Frühstück fertig sind, haben auch die rund 650 Dickhäuter schon den einen oder anderen Busch verspeist. In gebührendem Abstand streifen Spitzmaulnashörner, Kapbüffel, Steppenzebras, sogar Löwen durch das Dickicht. Da sind wir furchtloser und genießen einen Tag lang die Abenteuer eines Gleichen unter Gleichen.
Neugierige Strauße (© Silvio Engelhardt / Chamäleon)
Ist ja leicht gesagt, aber das Cango Caves genannte Höhlensystem in den Swartbergen gilt tatsächlich als das schönste der Welt. Vier Kilometer felseinwärts nichts als grandiose Tropfsteingebilde, wobei wir uns auf den ersten Teil beschränken, den auch die Khoisan schon als Unterschlupf nutzten. Wir befinden uns in der zauberhaften Landschaft der Kleinen Karoo, durch die Generationen von Straußen rannten, bevor Oudtshoorn 10 das Zentrum ihrer Aufzucht wurde. Auf einer traditionellen Farm wird uns jede Frage zu den miesepetrigen Laufvögeln beantwortet. Auch die, wie viele Omeletts man aus einem Ei machen kann. Da sollten Sie allerdings aufpassen, dass kein Strauß zuhört. Die legendären Austern in der Lagune von Knysna 11 nehmen ihr Schicksal gelassener hin. Und falls Sie sich dem Genuss bisher verweigert haben sollten – an der Waterfront wird in Gesellschaft von komischen Vögeln aller Art ein Lebensgefühl daraus.
Storms River Hängebrücke im Tsitsikamma Nationalpark (© Klaus Hansen / Chamäleon)
Eine andere Art Paradies begleitet uns bis in den Tsitsikamma-Nationalpark 12, wo der Storms River in den Ozean stürmt. Es ist die berühmte Garden Route, Südafrikas schönster Küstenabschnitt. Die letzten Urwaldriesen des Gelbbaumes spannen sich mit Baumkronen bis zu 30 Metern schützend über Monsterfarne, Orchideen und uns. Ein bisschen Beistand kann auch nicht schaden, denn beim Blick in die wütende Schlucht des Storms River könnten Ihnen die Knie weich werden. Anders an den weichgespülten Traumstränden von Plettenberg Bay. Da ist der Sand weich und dort dürfen Sie sich auf die Knie werfen, bis Ihre Seele ausgebaumelt hat.
Weinprobe (© Andreas Scholl / Chamäleon)
Es bedarf keiner Hinweisschilder. Die leuchtenden Wineyards rechts und links der Route 62 13 sind Hinweis genug. Und wenn es einen Namen gibt, den jeder Weinkenner im Schlaf aufsagen kann, dann ist das Stellenbosch. Wo seit mindestens 100 Jahren alles unverändert schön geblieben ist, da hält im Hausnr. 84 der Dorpsstraat Oom Samie se Winkel hof. Tante-Emma-Laden trifft es nicht ganz, denn Oom bedeutet Onkel. Also Onkel-Emma-Laden. Wer Samie nicht besucht hat, der hat Stellenbosch 14 nicht gesehen. Der nächste Blick geht im Neethlingshof Wine Estate tief ins Glas. Ins rote vor allem einschließlich Exkurs, wie es zu der betörenden Wirkung kommt. Auf dem Tafelberg ist das offensichtlich, denn unter ihm liegt die schönste Stadt der Welt, sagt jeder, der in Kapstadt lebt.
Pinguine am Boulder Beach (© Kai-Uwe Küchler, Art & Adventure / Chamäleon)
Da ist der Atlantik, der wütend gegen die Klippen anrennt. Da sind auf Duiker Island die Kap-Seerobben, die das auch noch toll finden. Da ist Noordhoek mit den breitesten Stränden am Kap und das Cape of Good Hope Nature Reserve, von wo uns die Zahnradbahn zum Cape Point bringt. Wenn sie tut, sonst müssen wir laufen. Auch wenn man nicht in Kapstadt 15 16 lebt, ist diese Metropole der Wahnsinn. Company’s Garden, der Gemüsegarten der früheren Niederländischen Ostindien-Kompanie, gehört unbedingt dazu. District Six, das zum Stadtteil gewordene Mahnmal der Apartheid ebenfalls und natürlich Signal Hill, der zu alten Zeiten den Schiffen ein Zeitsignal sendete. Danach sind Sie reif für das Reich der Paradiesvögel: Victoria & Alfred Waterfront, wo sich alles beim Cocktail trifft, was sehen und gesehen werden will. Diesmal sind Sie dabei.
 
Blick auf den Tafelberg (© Ilonde, iStockphoto.com / Chamäleon)
Leider auch, wenn der Flieger via Johannesburg zurück nach Frankfurt 17 geht. Und wieder landen Sie zur schönsten Morgenkaffee-Zeit. Sie ahnen es bestimmt: Flughafen-Plörre, kein Vergleich zu Kim und Tim. Aber bis zu Ihrer nächsten Chamäleon-Reise sind es ja nur noch 49 Wochen. Höchstens.
Addo - 17 Tage Wunderwelten-Reise
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