Damit Sie eine ungefähre Vorstellung davon bekommen, was der Zusatz »Sense« bedeutet, fackeln wir nicht lange, wenn Sie von München 1 angeflogen kommen, und fahren Sie schnurstracks von Johannesburg zur Hannah Game Lodge 2, wo unter reetgedeckten Zipfelmützen ein verlockendes Poolplätzchen auf Sie wartet. Die landläufige Vorstellung von einem Garten müssen Sie hier ad acta legen. Was zu Hause Quadratmeter, sind hier Hektar. 8.000 davon gehören zur Lodge, und weil es prinzipiell keine Grenzzäune gibt, ist das private Naturreservat praktisch für alle – gleich, ob mit zwei oder vier Beinen – da, die sich mehr oder weniger zufällig hierher verirren. Wir wissen genau, warum. Weil es ein Bilderbuch-Refugium ist, um entspannt in die Erlebnisse Südafrikas zu starten.
Bourke Luck Potholes (© FVA Südafrika / Chamäleon)
Es geht auch gleich richtig los. Der Blyde-River-Canyon 3 ist eines der großen Naturwunder und mit 800 Metern Tiefe auch der drittspektakulärste der Welt. Aber das ist nur Statistik. Für uns ist er der Wundervollste, weil sich Unmengen Wasser wie ein silbernes Band durch seine blühenden Berge schlängeln. Manchmal ist der Blyde River auch königsblau, was sich bei einer Bootstour über den Stausee gut nachprüfen lässt. Und ganz bestimmt ist er das Versteck vieler großer und kleiner Arten, die ihn ebenfalls wunderschön finden. Also nicht erschrecken, wenn unerwartet ein Nilpferd auftaucht. Es will bestimmt nur spielen.
Mathe in der Maepa-Grundschule (© Stefan Wagner / Chamäleon)
Auf der Speisekarte der sogenannten Elfenbein-Route wächst außer Elfenbein alles, was die Limpopo-Region so schmackhaft macht: Mangos, Avocados, Bananen und allerlei undefinierbare Bodenschätze, aus denen sich prima Cocktails machen lassen. Aber dann liegen Sie im Dreiländereck von Südafrika, Botswana und Simbabwe schon am Pool des Mapesu Wilderness Camp 4, haben die erste Safari im privaten Wildreservat hinter sich und warten darauf, dass der hochgelobte Sonnenuntergang kommt. Der kommt, da können Sie sicher sein. Und wie.
Impalas im hohen Savannengras (© Daniel Weske / Chamäleon)
Geben Sie doch zu, dass Sie schon immer einen Flötenwürger, wahlweise eine Bindenfischeule kennenlernen wollten. Am liebsten beide. Wir legen noch ein goldenes Nashorn drauf. Alles innerhalb eines Vormittages im Mapungubwe-Nationalpark 5. Das Rätsel löst sich so: Vor 1.100 Jahren war der Landstrich um den Mapungubwe Hill die Heimat eines hoch entwickelten Königreiches, das Handel mit Ägypten, Indien und China trieb. Beim Transport muss ihnen ein »Goldenes Nashorn« verloren gegangen sein, das die Archäologen erst 1933 wieder ausgegraben haben. Ein Hinweis auf den Reichtum und die frühe Fähigkeit zur Metallbearbeitung dieser untergegangenen Zivilisation. Geblieben ist die ungewöhnlich vielfältige Tierwelt des Mapungubwe-Nationalparks. Selbst das Weiße Nashorn, Elefanten, Löwen, Leoparden und solche Rabauken wie Flötenwürger, die ihre Opfer lebend auf Äste spießen, haben sich hier häuslich eingerichtet.
Ausgrabungsstätte Mapungubwe (© Pack Safari / Chamäleon)
Gemessen an der Halbwertzeit eines Smartphones sind die teilweise 10.000 Jahre alten Felszeichnungen der San eine konservierte Ewigkeit. Ganz früh, wenn das Licht der eben aufgegangenen Sonne noch schräg steht, sieht es aus, als würden die Figuren noch leben. Vorteil Ihres abgebrochenen Schlafes: ein herrlich langer Tag in den erholsamen Armen des Camps, doch bevor Sie sich im Pool aufzulösen beginnen, noch eine Safari auf ungoldene Nashörner und Geparden im Mapesu Private Game Reserve 6.
Büffel am Flussufer (© Tom Varley, Ichobezi Safariboats  / Chamäleon)
Big Five sagt Ihnen was, oder? Für den Fall, dass Sie nur auf vier kommen: Der Afrikanische Elefant, das aggressive Spitzmaulnashorn, der Afrikanische Büffel, Löwe und Leopard, das sind die fünf, welche die Großwild-Jäger seit jeher aus dem Häuschen gebracht haben. Seit 1926 wird im Krüger-Nationalpark 7 8 nur noch mit der Kamera geschossen. Bilder, die den Atem stocken lassen. Am Abend sind Sie da und lauschen auf der Terrasse des Shingwedzi Camp den Geräuschen, denen Sie am nächsten Morgen nachgehen werden, wenn die einen von der Jagd zurückkehren und die anderen schlaftrunken zum Flussfrühstück torkeln. Einen Tag im offenen Geländewagen durch die Buschsavanne des Krüger-Nationalparks, das gibt Futter für Ihre Erzählungen zu Hause. Wobei sich zu den Big Five schätzungsweise 50 weniger korpulente Arten gesellen, die den Dicken nicht selten als Appetithappen dienen. Die Natur ist so.
Zebra Porträt (© Chamäleon)
Ob der Norden wirklich »besser als der Süden« ist, könnte heute endgültig geklärt werden. Jedenfalls haben die Ba-Phalaborwa diese Behauptung in ihrem Namen verewigt. Und wo, wenn nicht in den Townships von Phalaborwa 9, ließe sich den nackten Tatsachen auf ihren unwiderlegbaren Grund gehen? Es mag auf den ersten Blick widersinnig erscheinen, dass ausgerechnet im Zentrum einer üppig wuchernden Natur Nachhaltigkeit gelehrt wird. Und dennoch – vielleicht sogar deshalb ­– werden Kinder und Jugendliche der Umweltschule Timbavati darauf vorbereitet, diesen Wert zu bewahren. Warum, das können Sie Stunden später eindrucksvoll nachvollziehen, im paradiesischen Urzustand der Phelwana Game Lodge.
Farbmagie am Mac Mac Fall (© Ines Hertrampf / Chamäleon)
Der Kreis schließt sich, wir sind jetzt auf der Südseite des Krüger. Und sollte sich bei unserem ersten Abenteuer noch irgendeine Spezies versteckt gehalten haben, dann aber jetzt. Wo der Krügerpark zaunlos in das private Mjejane Game Reserve 10 11 übergeht, liegt in Tausenden Hektar Wildnis die zauberhafte Mjejane River Lodge. Schon die unmittelbare Lage am Crocodile River ist wie ein Platz in der ersten Reihe, wenn das Großwild im Sonnenuntergang auf einen Absacker vorbeikommt. Am besten, Sie bleiben sitzen, bis es auf der anderen Seite wieder hell wird, denn da wartet der Ranger bereits im offenen Geländewagen, um Ihnen bei ausgedehnten Safaris zu zeigen, in welchem Rhythmus Leben in die Bude kommt.
Nyala Antilope (© Stefan Wagner / Chamäleon)
Die Ndebele, ein an Farbenfröhlichkeit nicht zu übertreffendes Volk, macht uns den Übergang von der Wildnis in die Zivilisation leicht. Kleidung, Architektur, einfach alles bis hin zum African Art Car im Ndebele-Stil, ist ein Mittelding zwischen Mondrian und Keith Haring. Wirklich toll, was man von der (Un-)Sitte, verheirateten Frauen lebenslang schwere Metallringe um den Hals zu nieten, nicht unbedingt sagen kann. Wenn unsere Reise von bunt zu malvenviolett wechselt, sind wir in der »Stadt der Jacarandas« angekommen. Subtropische Bäume machen aus den Alleen von Pretoria 12 einen botanischen Garten. Hier, vor den Union Buildings, wurde Nelson Mandela 1994 als erster schwarzer Präsident Südafrikas vereidigt, hier machen der Church Square mit dem Justizpalast, das Kruger House und das Voortrekkerdenkmal der Hauptstadt alle Ehre. Weniger ehrenhaft war die Ära der Apartheid, deren Niedergang 1976 mit dem Aufstand in Soweto begann, aber noch 18 Jahre andauerte, bis Nelson Mandela Präsident wurde. Die, die es noch erlebt haben, erzählen uns in der Township die wahren Geschichten.
Ndebele-Frau vor typischer Hausbemalung (© Chamäleon)
Es werden die letzten sein, die wir Ihnen bieten können. Auf dem Nachtflug von Johannesburg 13 nach München 14 wird Ihnen viel durch den Kopf gehen. Irgendwann fallen Ihnen die Augen zu, und dann wird daraus ein Traum von weißen Nashörnern, die beim Sonnenuntergang im Pool sitzen und Hieroglyphen in die Felsen malen. Es war eben doch ein bisschen viel auf einmal.
Mandela SENSE - 14 Tage Wunderwelten-Reise
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