Wenn alles klappt wie geplant, woran es keinen Zweifel gibt, sitzen Sie nach Ihrem Flug von Frankfurt 1 noch am gleichen Abend auf Ihrer Terrasse in der Ngare Sero Mountain Lodge und lächeln. Weit vor sich die unverkennbare Silhouette des Mount Meru 2 und nah vor sich, was man hier so trinkt: Safari-Bier oder als Traumbeschleuniger einen Konyagi, den sogenannten Spirit of Tanzania. Nach dem Traum hat das Getränk eine andere Farbe, ist kohlrabenschwarz und duftet verführerisch. Da sind wir bereits auf der Kaffeeplantage Kahawa, und damit Sie in allen Details wissen, wie viel Arbeit erforderlich ist, bis so eine Tasse schwarzes Gold vor Ihnen steht, nimmt Sie der Vorarbeiter mit auf eine faszinierende Reise durch die vielen Phasen der Kaffeepflanzung und seiner Veredelung. Wetten, dass er Ihnen danach noch besser schmeckt? Und wir bleiben in der Genussphase, denn für den Rest des Nachmittags gehören Wandelgarten und Pool der Ngare Sero Mountain Lodge Ihnen.
Ngongoro Conservation Area (© Kai-Uwe Küchler / Chamäleon)
Die Massai sind immer noch Halbnomaden, schnappen sich ihr Markenzeichen, den langen Stock, und wandern mit ihren Rinderherden durch das offene Land, das sie ihr Eigen nennen. Von Natur aus Einzelgänger, muss es schon ein Markt sein, um sie in der ganzen Buntheit ihres Dresscodes und dem kiloschweren Geschmeide der Frauen zu erleben, das ihnen die Ohren langzieht. Begleitet von diesen Eindrücken, nähern wir uns dem geschichtlichen Fiasko, als der Ngorongoro seine Mütze in die Luft jagte und einen Einbruchkrater von 20 Kilometern Durchmesser zurücklies, in dem die größte Raubtierdichte Afrikas ihre Kreise zieht. Die Zeit bis zu unserer Safari durch die beeindruckenden 25.000 Exemplare Großwild gilt der mentalen Einstimmung. Die Highview Coffee Lodge 3 bietet außer Kaffee, Poolbar und Massage auch noch das Panorama auf den Anlass Ihrer Vorfreude.
Im Amani Kinderdorf (© Alexandra Jabs / Chamäleon)
Der Kindergarten in Tansania beginnt früh. Das können Sie ignorieren oder sich mit erfrischenden Runden im Pool zeitlich solidarisch erklären. Hauptsache, wir kommen zusammen, bevor die Kleinen wieder nach Hause gehen. Die weltweit gleiche Frage »Hast du mir was mitgebracht?« bezieht sich hier nicht auf materielle Dinge, dafür sorgt schon die Chamäleon Stiftung, bereits ein gemeinsames Lied oder ein Spiel oder ein Zaubertrick sorgt für große Freude. Derweil erzählt uns der Lehrer, was ihn und seine Schützlinge im Amani-Kindergarten umtreibt. Gleich danach sind wir auch schon in der Ngorongoro Conservation Area 4 angekommen und die Komfortzelte unseres Ngorongoro Safari Camp stehen praktisch im Zentrum des Herzschlages.
Safari im Ngorongoro-Krater (© Alexander Sass / Chamäleon)
Das muss ordentlich gerappelt haben, als der Vulkan nicht nur Megatonnen Lava, sondern sich gleich selbst in die Luft gejagt hat. Zurück blieb der atemberaubende Ngorongoro-Krater 5. Zigtausend Tiere bevölkern dieses freiwillige Gefängnis mit seinen bis zu 600 Meter hohen Berghängen. Die meisten von ihnen verlassen den Krater nicht, weil sie nicht wollen, nicht können oder vorher gefressen werden. Bis dahin laufen sie ein Leben lang im Kreis, was für uns von unschätzbarem Vorteil ist, denn was Sie hier nicht sehen, gibt’s nicht. Einschließlich ausgesprochen seltener Spezies wie Spitzmaulnashörner und vielleicht auch alle Big Five auf einen Streich. Falls nicht, der Tag ist noch lang und die Serengeti Safari Lodge ein untrüglicher Hinweis darauf, wo wir am Nachmittag eintreffen.
Löwe auf der Jagd in der Serengeti (© Margret Meyer / Chamäleon)
Bei Tagesanbruch herrscht in der Serengeti 6 Rushhour, die beste Zeit, um vor unserem Brunch nachzusehen, wer schon putzmunter durch die Savanne streift oder von der nächtlichen Jagd noch in den Seilen hängt. Mittags geht es den Tieren wie uns, da hat der Biorhythmus ein Loch, aber wir die besseren Voraussetzungen, es zu füllen. Tiefenentspannt im Reich der Träume oder bei einem Test, ab wann im Pool die Haut zu schrumpeln beginnt. Dann aber: Auf dem Programm steht ein »Angriff« auf die Big Five: Elefant, Spitzmaulnashorn, Büffel, Löwe und Leopard. Halten Sie die Kamera im Schnellschussmodus, wir fahren auch die kleinen Inselfelsen ab, auf denen Löwen ihren Mittagsschlaf verdösen, wir legen uns an Wasserlöchern auf die Lauer und nutzen die spannenden Stunden des späten Nachmittags, wenn die meisten Tiere grasen oder auf der Jagd nach ihrem Abendessen sind. Zurück in der Lodge, beginnt die Zeit der überglücklichen Muße, wenn die untergehende Sonne die Serengeti in »Brand« setzt.
Sonnenaufgang in der Serengeti (© Sebastian Schulze / Chamäleon)
Sie haben Ihre stets frisch gefüllte NatureBottle, unseren Beitrag zum Umweltschutz, die Tiere haben ihre Witterung, mit der sie die lebensrettenden Wasserlöcher aufspüren und dabei in die Wasserzonen der Nord-Serengeti 7 ziehen. Wir ziehen mit. Und weil wir praktisch Seite an Seite unterwegs sind, könnte man unsere Fahrt einen Safari-Trail nennen, bei dem sich die interessantesten Begegnungen gewissermaßen von selbst ergeben. Wo selbst wir das rettende Wasser wittern, schlängelt sich der Mara-Fluss fast 400 Kilometer lang aus den Abuya-Sümpfen Kenias durch die Serengeti bis in den Victoriasee. Zufällig stehen hier die Safarizelte des Mara Kati Kati Tented Camp in einer Nähe zum Fluss, dass sich die Geräusche der Nacht in Ihren Schlaf mogeln. So ein Glück aber auch.
Wanderung der Gnus durch den Fluß Mara (© Sebastian Schulze / Chamäleon)
In Dokumentarfilmen sind die Massenüberquerungen des Mara-Flusses durch riesige Gnu- und Zebraherden schon oft ein packendes Thema gewesen. Sie haben nun zwei Tage Zeit, so einen abenteuerlichen Naturfilm selbst zu drehen. Da heißt es früh aufstehen, solange die Savanne noch rotgold leuchtet. Sie führt uns auf einer zielstrebigen Safari bis an das Ufer des Mara 8 9. Der Augenblick ist günstig, fragt sich nur, für wen. Denn die Verbände an Gnus und Zebras stehen immer unter dem Vorbehalt, dass die Krokodile vom letzten Mal noch satt sind. Wenn nicht, haben wir wenigstens die Fressmaschinen begrüßt und kehren am Nachmittag für einen zweiten Anlauf zurück.
Better in pink (© Timo Beste / Chamäleon)
Als sich vor 35 Millionen Jahren die Arabische Platte von der Afrikanischen verabschiedet hat, blieb ein 6.000 Kilometer langes und bis zu tausend Meter tiefes Loch übrig, der Große Afrikanische Grabenbruch. Da müssen wir drüber, denn auf der anderen Seite liegt in seinem östlichen Arm der Natronsee 10. Sodbrennen? Dann nehmen Sie einen Schluck. Nee, war ein Scherz, besser nicht. Trotzdem: Der Vulkan Ol Doinyo Lengai füttert den See so reichlich mit Natriumcarbonat, dass er sich bei einem pH-Wert um die zehn einpendelt. Mit anderen Worten: wie ein Stück Seife. Rote Salinenkrebse finden das toll und überschütten den See mit einer milliardenschweren Population, die das Wasser noch vom All aus sichtbar rot färbt. Zur Freude von unvorstellbar vielen Zwergflamingos, die praktisch den ganzen Tag durch ihre Speisekarte stolzieren.
Begegnung mit den Massai (© Alexandra Jabs / Chamäleon)
Mitten im ursprünglichen Stammesgebiet der Massai, wo sich dem Namen nach Himmel und Erde treffen, liegt auf einem Hügel das luxuriöse Shu’mata Camp 11 12 13. Wohnzelte in bestem Hemingway-Stil mit einem grandiosen Blick über die endlose Buschsavanne. Hier werden Sie zwei Nächte schlafen und wissen vor lauter Herzklopfen doch nicht, wie. Macht aber nichts, dann stehen Sie für das Staatsschauspiel Sonnenaufgang über dem Kilimanjaro wenigstens schon bereit. Wie auch der Massai, der Sie auf eine Fußsafari durch sein Land mitnimmt. Auch der folgende Morgen beginnt früh, denn wir haben die Elefantenherden nicht überreden können, auf uns zu warten. Für sie ist die Savanne nicht mehr als ein Frühstücksbuffet und für manchen Busch, der sich vorher noch hoffnungsvoll der aufgehenden Sonne entgegenreckte, wird es plötzlich Nacht. Zumindest, bis er in einem veränderten Aggregatzustand wieder das Licht der Welt erblickt, aber das ist eine andere Geschichte.
Klein und Groß (© Michael Gebauer / Chamäleon)
Und da wären dann immer noch die Tiere, die tagsüber in ihren Verstecken liegen und nur bei Nacht in die Puschen kommen. Sollen wir? Ja, wir sollen. Und so machen wir uns in der Dunkelheit auf eine Safari, um die zu entdecken, die gar nicht entdeckt werden wollen. »Ich würde gern noch hier sitzen bleiben«. Diesen Satz – fast schon ein Stoßseufzer – hören wir immer, wenn die Zeit gekommen ist, Abschied zu nehmen. Die Ruhe, die Verwöhnkultur des Shu’mata Camp, der Duft des Grases und dieser nicht endende Blick über das Land mit den geheimnisvollen Gestalten, die das Stillleben in einem ständigen Wandel halten – das lässt einen so schnell nicht los. Den Flieger, der Sie zurück nach Frankfurt 14 bringt, kümmert das nicht. Da tröstet in dem Moment, für den sich zu leben lohnt, nur noch die Gewissheit, dass sie jederzeit wiederkommen können.
Kilimanjaro - 14 Tage Wunderwelten-Reise
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