Zeit genug haben Sie auf Ihrem Flug von Frankfurt 1 via São Paulo nach Buenos Aires 2, um sich zu überlegen, was Sie lieber erleben möchten. Da es sich um einen Nachtflug handelt, können Sie auch schon ein bisschen davon träumen. Vom prallen Leben im Tangoquartier San Telmo, den Parks oder den berühmten bunten Blechhäusern im Viertel La Boca. Aber vielleicht führt Sie Ihr Traum ein Stück in die koloniale Vergangenheit, dann natürlich in die Prachtstraße Avenida de Mayo, den Kongresspalast, die Catedral Metropolitana. Anders gefragt: Was halten Sie von beidem, ein Best of Lebenslust? Genau dafür steht Ihr Reiseleiter am Flughafen und bittet zum Tanz, pardon, zum Tango.
Nationalkongress in Buenos Aires (© javarman3, iStockphoto.com / Chamäleon)
Mit seinem Namen muss Tigre irgendwie leben, aber das tut es nicht schlecht. Denn Tiger hat es in Argentinien nie gegeben, und das Raubtier, das der Stadt ihren irrtümlichen Namen gab, war ein Jaguar. Die gibt es immer noch, im Tigre-Delta 3, wo sich die oberen Zehntausend von Buenos Aires schnuckelige Wochenendhäuser ins Wasser gebaut haben, die vermutlich nicht der Jaguare wegen nur mit einem exquisiten Bötchen zu erreichen sind. Wie Sie sehen, geht es auf dem Obst- und Gemüsemarkt von Tigre aber durchaus bodenständig zu.
Insel der Kormorane (© Angelika Budde-Peters / Chamäleon)
Vom Boot in den Bus in den Flieger. Man könnte auch sagen: Von oben nach unten, denn Argentinien ist verflixt lang und Ushuaia 4 5 ist so weit unten, unterer geht’s nicht. Einen Schritt zuviel und Sie landen im Beagle-Kanal. Lieber die entgegengesetzte Richtung, zum Nationalpark Feuerland mit seiner unglaublichen Mixtur aus Gletschern, Schluchten, Flüssen und saukalten Seen. Aber ganz lässt uns die Antarktis doch nicht kalt, immerhin sind die Bücher voll von lebensgefährlichen Abenteuern in den Stürmen um Kap Hoorn. Seelöwen, Kaiserkormorane, Albatrosse und Magellanpinguine sehen das genauso. Warum nicht auch wir, und mit dem Expeditionsschiff durch diese bizarre Welt zu gleiten, gehört immer noch zu den beeindruckendsten Naturerlebnissen.
Grey Gletscher im Torres del Paine Nationalpark (© Kai-Uwe Küchler / Chamäleon)
Also dann: Leinen los für den wildesten und stürmischsten Winkel der Erde. Beagle-Kanal, Murray-Kanal, Nassau-Bucht, in den Namen dieser Wasserstraßen sind die Schicksale der Seefahrer verewigt, die bis zur Eröffnung des Panama-Kanals einen Weg gesucht haben, der ihnen die gefürchtete Passage um »Das Ende der Welt« erspart hätte. Bis dahin wurde Kap Hoorn mit über 800 Pötten zum größten Schiffsfriedhof der Welt. Im Nationalpark Cabo de Hornos steht das Albatros-Denkmal für ihren heldenhaften Mut: »Ich bin der Albatros, der am Ende der Welt auf dich wartet. Ich bin die vergessene Seele der toten Seeleute, die zum Kap Hoorn segelten, von allen Meeren der Erde. Aber sie sind nicht gestorben im Toben der Wellen, denn jetzt fliegen sie auf meinen Schwingen für alle Zeit in die Ewigkeit, wo am tiefsten Abgrund der antarktische Sturm heult.« Wir machen es ein paar Nummern kleiner in der Wulaia-Bucht 6, wo die Natur ein letztes artenreiches Schauspiel aufführt, bevor nur noch Eisberge ihr einzig verbleibendes Repertoire sind.
Leuchtturm Les Ecleraires (© Jörn Peters / Chamäleon)
Von zu Hause sind wir gewohnt, dass sich die Natur schlafen legt, sobald die Temperaturen frostig werden. Dass es auch andersrum geht, ist im kalten Regenwald vielleicht die überraschendste Erfahrung des Tages. Zu den Schönsten gehören zweifellos die Glitzerparade und das unbeschreibliche Blau der Eismassen. Es sieht ein bisschen so aus, als wollten uns der Pía-Gletscher 7 und der Garibaldi die Zunge rausstrecken, aber das ist immer so, wenn sie sich durch die Schluchten im Feuerland quetschen, um einen geeigneten Platz zum Kalben zu finden. Und – kalben sie nu oder nicht? Viel spricht dafür, der Rest ist Geduld und etwas Glück.
Je nachdem, wie das Kalb ausfällt, wackelt es im Agostini-Sund ein bisschen. Aber die Zodiacs, mit denen wir dem Cóndor-Gletscher 8 auf die Pelle rücken, stecken das weg. Das gehört eben dazu, wenn man mit den Mächten der Natur fangen spielen will. Wer nun wen gefangen nimmt, klärt sich relativ schnell, sobald wir einen Fuß auf die Gletscherzunge gesetzt haben und die Geschichten hören über Entstehung, Marschroute und den Einfluss der Eismassen auf die bizarre Landschaft Feuerlands.
Pinguinkolonie (© Kai-Uwe Küchler, Art & Adventure / Chamäleon)
Auch bevor Magellan 1520 die Verbindung zwischen Atlantik und dem Pazifik fand, gab es an der Spitze Südamerikas schon Pinguine. Magellan-Pinguine heißen sie erst, nachdem die Meeresdurchfahrt zunächst Allerheiligenenge hieß und nachher vom spanischen König in Magellanstraße umbenannt wurde. Die Pinguine gleich mit. Lustige Gesellen ohne Berührungsängste, die uns auf der Isla Magdalena 9 bis auf Armlänge an sich heranlassen. Sie haben nicht zufällig einen Fisch in der Tasche? Wir hingegen dürfen uns nach unserer Ankunft auf der Estancia Cerro Negro auf ein fischfreies Asado freuen, das Festessen der Gauchos. Ein Lammbraten am Spieß, dessen Duft Ihnen noch lange in der Nase hängt.
Die blaue Lagune am Torres del Paine (© Horst Michels / Chamäleon)
Vergessen Sie alles, was Sie über Patagonien gehört und gelesen haben. Es ist noch viel spektakulärer. Hier speichern die Gletscher die größten Trinkwasservorkommen der Welt und über allem wacht der bis zu 2.850 Meter hohe Fingerzeig der Schöpfung: die Torresspitzen, das Wahrzeichen im Torres-del-Paine-Nationalpark 10 11. Zwei im wahrsten Sinne unglaubliche Tage gehören den Smaragdseen, der verzauberten Landschaft, der künstlerisch wertvollen Laguna Azul, den gigantischen Wasserfällen Salto Grande und der Wanderung auf eine Landzunge zwischen dem Pehoé- und dem Nordenskjöld-See, wo der Blick auf das biblische Monumentalkino der Torres-Spitzen jede Filmkulisse toppt. Und damit Ihre Gänsehaut nicht so abrupt endet, haben wir das Hotel Las Torres für Sie ausgewählt, mit Fensterfassaden, die eine ungehinderte Zugabe ermöglichen.
Ein Lied am Lagerfeuer verbindet (© Las Torres / Chamäleon)
Der Name El Calafate 12 erzeugt bei Patagonien-Kennern leuchtende Augen, ist die Kleinstadt in der Pampa Argentiniens doch der Ausgangspunk für den berühmten Nationalpark Los Glaciares. 4.500 Quadratkilometer groß und Weltnaturerbe, beherbergt er eine beachtliche Sammlung an Gletschern, von denen der Perito Moreno 13 der ungekrönte König ist. Allen klimatischen Veränderungen zum Trotz, stemmt er sich gegen den Trend und besetzt sein fächerartiges Farbendrama von Rosa über Türkis bis Königsblau mit ständig neuen Rollen. Mit einer 2,3 Kilometer langen Kalbungsfront gibt er uns die berechtigte Hoffnung auf das spektakulärste Ereignis Ihrer Reise schlechthin. Vielleicht sogar an der Stelle, wo wir mit dem Boot auf seinen Auftritt warten. Und wie gesagt – wenn er es tut, wird es ein bisschen schön schaukeln. Aber das nimmt ihm höchstens der Autofokus Ihrer Kamera krumm.
Tanzpaar in Buenos Aires (© Holger Mette, iStockphoto.com / Chamäleon)
Wie der Anfang, so das Ende. Buenos Aires 14 15 hat Sie zurück und damit all die Highlights, zu denen es am Anfang Ihrer Reise nicht gereicht hat. Zur Einstimmung haben wir uns erlaubt, Ihnen etwas auf die Sprünge zu helfen. Zumindest thematisch, denn springen werden die Darsteller einer Tangoshow, während Sie das begleitende Abendessen genießen. Allerdings ist immer noch mehr als ein halber Tag übrig, und der soll Ihrem Gusto gehören. Unser Vorschlag entfällt auf die Gräberallee des Friedhofes La Recoleta, wo argentinische Präsidenten, Profisportler, Schauspieler und Eva Perón in Grabmalen bestattet wurden, die eigentlich in einer Kunstgalerie stehen sollten. Aber wenn Sie lieber auf dem »Broadway von Buenos Aires« shoppen gehen oder antarktische Königskrabben essen möchten, ist das auch in Ordnung. So oder so werden Sie die finale Bestätigung finden, warum diese Reise Te Quiero heißt. Sie haben bestimmt schon nachgeguckt, gell? Also: Ich liebe dich. Die Liebeserklärung an ein Land, das Sie zwei Wochen in seinen Bann geschlagen hat.
Brücke im nächtlichen Buenos Aires (© Ralf Hettler, iStockphoto.com / Chamäleon)
Wir sind uns ziemlich sicher, dass diese Liebe hält. Auch lange über den Trennungsschmerz hinaus, wenn Sie zu Hause 16 aus dem Fenster gucken und keine Gletscher vor der Tür stehen.
Te Quiero SENSE - 16 Tage Wunderwelten-Reise
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