Hinweis: Ab 2020 wird diese Reise in Holguín beginnen und in Havanna enden. Hier finden Sie das aktualisierte Tag-für-Tag-Programm.

Ein ganzes Land atmet Vergangenheit. Und man sollte Fidel dankbar sein, dass er mit eiserner Hand die Zeit angehalten hat. Was wäre sonst mit dem morbiden Charme, der aus allen Ritzen quillt? Auf welchen Schrottplätzen lägen all die Straßenkreuzer-Dinos in Babyblau und Lätzchenrosa? Wo sonst würden die edelsten aller Zigarren noch von zarten Frauenhänden gerollt? Wo wäre dieser Flitter aus den burlesken Zeiten einer Josephine Baker, der mit leichtbekleidetem Lächeln alle Existenzsorgen hinwegfegt? Wenn Sie am Abend in Kuba 1 landen, werden Sie sofort sehen, wovon wir reden.
Tanzgruppe in Havanna (© Jeannette Lobert / Chamäleon)
Man kann über Havanna 2 sagen, was man will, aber E-Bikes haben sie. Damit kommen wir in jeden Winkel des Weltkulturerbes. Zu den prachtvollen Palästen aus kolonialen Glanzzeiten und den maroden Kulissen, die oft nur noch von der Farbe zusammengehalten werden. Wir haben schon bemerkt, dass Sie den brabbelnden Achtzylinder-Schlachtschiffen mit einem Gesichtsausdruck hinterhergesehen haben, der nicht schwer zu deuten war.
Dolores (© Ute Mayer / Chamäleon)
Wo die Halbinsel Zapata einen Fluchtversuch in die Karibik wagt, liegt die einst heiß umkämpfte Schweinebucht 3. Die Bucht ist noch da, die Schweine sind abgezogen. Zurück blieben die Wälder und gefluteten Höhlen entlang des Enigma de las Rocas, die uns nach einer biblischen Wanderung in die Bucht Caleta Buena leiten. Wozu ein Programm organisieren? Das ist der Himmel auf Erden, und hier stört es wirklich keinen, wenn Sie nach historischem Vorbild die Sau raushängen lassen. Sie haben einen langen entspannten Nachmittag Zeit dazu.
Cienfuegos (© Florian Becker / Chamäleon)
Christoph Kolumbus war der erste, der 1494 in der zauberhaften Bucht landete und sich vor Begeisterung kaum beherrschen konnte. Heute sind wir es. Dazwischen lag eine stürmische Zeit mit Piratenüberfällen, der ersten Zuckermühle, Sklavenarbeit, französischer und spanischer Kolonialkultur. Von allem ist etwas übriggeblieben. Eine wundervolle Melange, einschließlich Triumphbogen, dem Parque José Martí und der Plaza Mayor mit dem Teatro Tomás Terry, wo der große Caruso das hohe C sang. Da blieb nur die Möglichkeit, Cienfuegos 4 zum Weltkulturerbe zu erklären. Unsere Bootstour in die abendliche Jagua-Bucht hätte es eigentlich auch verdient.
Blick über Trinidad (© Nikada, iStockphoto.com / Chamäleon)
Eine gute Stunde haben wir für unseren gemütlichen Spaziergang durch den größten Botanischen Garten Kubas eingeplant. In dieser Zeit sehen Sie pro Minute etwa 33 verschiedene exotische Pflanzen. Den Rest können Sie sich selbst ausrechnen. Sie werden immer noch zählen, wenn wir längst das nächste Weltkulturerbe erreicht haben. Geld hat hier offensichtlich keine Rolle gespielt, denn Trinidad 5 ist ein Glücksfall der Kolonialarchitektur und die Lücken dazwischen haben die steinreichen Zuckerbarone mit bombastischen Herrenhäusern gefüllt.
Im Zuckerrohr-Tal (© Jeannette Lobert / Chamäleon)
Apropos Zucker: Wie der Heilige Geist kam das Geschäft mit dem weißen Gold über das Städtchen Sancti Spíritus 6, machte es reich und wegen der Ausbeutung afrikanischer Sklaven genauso berüchtigt. Im Tal der Zuckerrohrmühlen steht immer noch der Sklaventurm, von dem aus die Leibeigenen in Schach gehalten wurden. Heute zählt nur noch sein großartiger Blick über das Valle de los Ingenios. Und für uns ein entschleunigter Abend in den pastellfarbenen Gassen mit der ältesten Kathedrale Kubas.
Childrens Gang (© Ingo Rother / Chamäleon)
Als die Einwohner von Camagüey die ewigen Piratenüberfälle dicke hatten, verlegten sie die Stadt kurzerhand ins Inselinnere. Ihr Trinkwasser konnten sie allerdings nicht mitnehmen. So entstand die Idee der Tinajonas von Camagüey 7: gewaltige Tonkrüge, dick wie Buddha. Sie stehen in vielen Eingängen und Innenhöfen, um Regenwasser zu speichern und kühl zu halten. Schön anzusehen, nur als Souvenir leider nicht geeignet. Aber Ihre Erinnerungen an den lauen Abend in den Gassen des Weltkulturerbes, die dürfen Sie mitnehmen.
Auf den Pflastern von Trinidad (© Iris Michelfeit / Chamäleon)
Am 5. November 1513 hat der spanische Konquistador Diego Velázquez de Cuéllar eine der ersten kubanischen Ortschaften gegründet und nannte sie Villa de San Salvador. Sie sollte 350 Jahre später die Keimzelle des Unabhängigkeitskampfes werden und gilt heute unter dem Namen Bayamo als Wiege der kubanischen Nation. Gemütlich und zauberhaft, wie es sich für eine Wiege gehört, weshalb unser Gefährt durch die beschauliche Altstadt eine Pferdekutsche ist. Fidel Castro verlieh ihr den Titel »Heldenstadt«, im Wappen steht das Motto »Ehrwürdig und Loyal«. Irgendwo dazwischen liegt die Wahrheit über Santiago de Cuba 8 9, wo sich indianische, afrikanische und europäische Geschichte zu einem Rührkuchen der Kulturen vermengt haben. Sortenrein hingegen waren und sind immer noch die Stumpen, deren Dunst die Welt erobert haben – Cohibas, von flinken Frauenhänden feinfühlig gerollt. So arbeiten wir uns durch 500 Jahre Geschichte und haben am Ende doch das Gefühl, vor 100 Jahren stehengeblieben zu sein.
Das Treffen (© Steffen Rothammel / Chamäleon)
Memories Flamenco Beach Resort, wie das schon klingt. Aber was werden Sie erst sagen, wenn Sie zwischen den Palmen den Pool entdeckt haben? Und dahinter den türkisgrünen Karibikgürtel mit seinen Korallenriffen und den Flamingoschwärmen. Sie alle geben den Takt auf der Insel Cayo Coco 10 11 12 vor, auf der Sie sich vom Rücken auf den Bauch wenden oder ab- und auftauchen können. Ganz so, wie es Ihr Glücksgefühl vorsieht. Aber der Punkt wird kommen, da schieben sich die Bilder Ihrer ersten Stunden in den Vordergrund. Die verblichenen Farben, das Gebrabbel der spritfressenden Achtzylinder, die Lebensfreude auf dem Malecón, der Charme des Vergänglichen. Wir fahren wieder los.
Plaza Vieja in Havanna (© Jeannette Lobert / Chamäleon)
In Havanna 13 14 hat sich nichts verändert. Zeit, einen Blick in die Geheimnisse des Alltags zu werfen: Die kubanische Kochkunst im Restaurant La Campana, den Kunsthandwerkermarkt Antiguos Almacenes San José und all die vergänglichen Preziosen, die Sie gern noch einmal sehen möchten. Was Sie nicht schaffen, müssen Sie Ihrer Speicherkarte anvertrauen, damit Sie zu Hause 15 immer daran denken, warum es sich lohnt, noch einmal wiederzukommen.
Santiago - 15 Tage Wunderwelten-Reise
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