Egal wie das Wetter am Flughafen Frankfurt ist, in Mexico City 1 2 ist es schöner. Sie können dieses Adjektiv beibehalten für alles, was Sie in den nächsten Tagen zu sehen bekommen. Geht los mit einer romantischen Stocherkahnfahrt durch die schwimmenden Gärten von Xochimilco. Die Musi spielt dazu, in diesem Fall original mexikanische Mariachi-Musik. Weniger Grün, dafür mehr Blau, und zwar leuchtendes Ultramarin, das steht für die bekannteste Malerin Mexikos, Frida Kahlo, die ihren Seelenschmerz in surrealistische Bilder gestanzt hat, die heute zum nationalen Kulturgut Mexikos zählen. In der Casa Azul ist ihr Leben mit allen Höhen und Tragödien dokumentiert. Ein ganzes Dorf voller Casas Azules würde auf den Hauptplatz Zócalo passen, die Kathedrale La Metropolitana und den Regierungspalast mit den üppigen Wandmalereien Diego Riveras noch nicht mitgerechnet. Letzterer wie Frida ein revolutionärer Mega-Maler und mehrfach angeheirateter Lebenspartner, der an ihrem vermeintlichen Selbstmord nicht ganz unbeteiligt war.
Die Mondpyramide in Teotihuacán (© Chamäleon)
Schön ist sie auch, aber monumental wäre für die Basílica de Santa María de Guadalupe vielleicht treffender, immerhin trägt sie das Prädikat des bedeutendsten Wallfahrtsortes in Lateinamerika. Bleiben Sie dicht beieinander, der Kirchenraum fasst sage und schreibe 10.500 Gläubige. Man ist versucht zu sagen, das sei nichts im Vergleich zu den Pyramiden der Sonne und des Mondes im Weltkulturerbe Teotihuacán 3, das bereits um 500 n. Chr. zu den größten Städten der Welt zählte. Die Straße der Toten, die Ciudadela mit dem Tempel des Quetzalcóatl, der »Dorfplatz« für 100.000 Menschen, die Wohnkomplexe, die fantastischen Wandmalereien und Felder für das Patolli-Spiel – das ist schon ein ehrfürchtiges Programm, und wenn Sie alles auf einmal möchten, dann nichts wie rauf auf den Koloss der Sonnenpyramide für einen unschätzbaren Blick über das Tal von Teotihuacán.
Voladores - die fliegenden Tänzer (© Heinz-Peter Schneider / Chamäleon)
Unser Hotel liegt kaum zehn Minuten von der präkolumbianischen Kultstätte El Tajín 4 entfernt. Die 365 Nischen der Pyramide symbolisieren ein Sonnenjahr, und das tägliche Fruchtbarkeitsritual der Totonaken gehört untrennbar dazu. Andererseits auch das kulturelle Ballspiel, bei dem die Verlierer der Überlieferung nach geköpft wurden, was als große, nur leider sehr kurze Ehre galt. Wir wollen auch vom morgigen Tag noch etwas haben und legen im Hotel El Tajín eine Ruhepause ein. Das heißt, falls es Sie im Liegestuhl hält, denn seine Lage am Hauptplatz von Papantla verführt leicht dazu, gleich wieder loszulaufen. Für den Pool im Palmengarten und die ausgesucht einheimische Küche ist ja später noch Zeit. Riechen Sie es auch? Wir sind in Coatepec 5, der heimlichen Kaffeehauptstadt Mexikos. Kaffee gedeiht am besten, wo es lecker warm ist, und falls Sie duschen möchten, wie wäre es mit einem Wasserfall? Selten so gebraust. Hört auf den Namen Texolo und ist beeindruckende 82 Meter hoch. Da bleibt kein Auge trocken. Was im übertragenen Sinne auch für die Hacienda Xico Inn gilt. Hier liefern wir Sie ab für einen genussvollen Abend, denn es gibt viel zu entdecken in der zauberhaften Anlage, wo das mexikanische Fernsehen schon etliche Telenovelas gedreht hat.
Helikonien-Blüte (© Tierra Maya Tours / Chamäleon)
Kaffeefreunde, heute ist Ihr Tag. Zwei Stunden müssen schon sein, um alles über die begehrten Bohnen und ihre Geheimnisse des guten Geschmacks zu erfahren. Kostproben inklusive. Dann geht es hoch über Xico 6 den Kofferberg rauf ins Hüttendorf Micoxtla. Kein Druckfehler, eher ein Stück unversehrtes Mexiko, wo die Einheimischen alle Hände voll zu tun haben, um den Bergnebelwald vor dem Sterben zu retten. Was uns in die glückliche Lage versetzt, einen Urwald voll eigenartiger Früchte, Orchideen, Farnbäume und Kolibris vorzufinden. Exotisch wird auch unser Mittagessen bei einer einheimischen Familie ausfallen, die sich vorgenommen hat, uns mit Köstlichkeiten nach alten mexikanischen Rezepten zu überraschen. Dann geht es mit letzten Eindrücken von Xico 500 Jahre zurück, als mit dem ersten europäischen Bürgermeister Juan de Escalante die koloniale Eskalation der Spanier begann. Tonnenweise wurde vom Atlantikhafen Veracruz 7 mexikanisches Gold und Silber auf die Galeeren verladen und zur Grundlage der iberischen Weltmacht. Lebendige Geschichte, der in Veracruz mehr beeindruckende Denkmäler gesetzt wurden, als wir an einem Nachmittag bewundern können. Wir gehen auf Spurensuche und entscheiden uns schließlich für die goldene Ruhe im Panorama-Hotel La Finca am Catemaco-See.
Kanufahrt im Naturschutzgebiet Nanciyaga (© Chamäleon)
Die Wahl war nicht schlecht, denn direkt am Catemaco-See 8 liegt das traditionelle Zentrum der Curanderos (Wunderheiler) und Brujos (Hexenmeister). In dieser malerischen Umgebung können Ehen gerettet, Krankheiten überwunden und berufliche Karrieren gefördert werden, weil es für alles ein exotisches Heilmittel und den passenden Zauberspruch gibt. Wenigstens einer Reinigungszeremonie könnten Sie sich unterziehen, bevor wir wieder handfesteren Zielen zustreben: Villahermosa 9, Hauptstadt des Bundesstaates Tabasco. Die vergrabenen Mosaiken, die Altäre, die frühen Erdpyramiden, die monumentalen Olmeken-Köpfe – das Freiluftmuseum La Venta ist eine Fundgrube, eine Stundenreise in 2.000 Jahre alte Geheimnisse. Da ist die Ära des deutschen Einwanderers Otto Wolter Hayer schon greifbarer, der 1930 antrat, um aus mexikanischen Kakaobohnen feine Schokolade zu machen. Experiment geglückt.
Ehemalige Maya-Metropole Palenque (© Kurt Heller / Chamäleon)
Palenque 10 war in der klassischen Maya-Periode eine der ersten Stätten, die aus immer noch ungeklärten Gründen aufgegeben wurden. Auch der »Tempel der Inschriften« mit seinen 620 Hieroglyphen und der Sensationsfund des königlichen Grabtempels konnten das Mosaik der Geschichte nicht füllen. Wer zumindest evolutionsbedingt Auskunft geben könnte, sich aber in nervöses Flattern hüllt, sind Tausende Fledermäuse, die aus einer nahe gelegenen Höhle in die Nacht ausschwärmen. Unser Hotel Puerta Calakmul ist die einzige Unterkunft vor den Toren des Nationalparks. Schlafen Sie gut, morgen früh erwacht vor Ihren Augen die sagenhafte Kultur der Maya.
Pelikan-Paar (© Hans-Peter Roggetin-Haag / Chamäleon)
Tief im Urwald lagen auf einer Fläche von etwa 30 Quadratkilometern die über 100 Kolossalbauten und mehr als 5.000 Gebäude der Maya-Stadt Calakmul 11. Und liegen noch immer, denn das meiste davon ruht unter dem Mantel, den die Natur darüberlegte. Immerhin gewährt uns die oberste Plattform der Hauptpyramide einen grandiosen Blick über Stadt und Urwald und gibt eine Ahnung davon, wie glorreich das Königstum Calakmul gewesen sein muss, wenn Kriegslust und Größenwahn nicht seinen Untergang besiegelt hätten. Die Natur indes hat beharrlich an ihrem Siegeszug weitergearbeitet und Fantastisches geleistet. Übrigens auch in Blau, woraus dann der Golf von Mexiko wurde. Hier liegt – besser: ruht – praktisch halb im Badewasser der Karibik das Hotel Tucán Siho Playa. Heute gehört es Ihnen. Unsere Ankunft in Uxmal 12 bringt uns von der Blüte der Maya in die spätklassische Epoche. Die Fahrt dorthin ist reich an Genüssen, nicht nur optischer Natur, sondern ganz besonders dank einer erstaunlichen kulinarischen Erfahrung im Dorf Santa Elena. Dort verwöhnt uns eine Mayafamilie mit dem Arme-Leute-Nationalgericht der Mexikaner, und siehe da: So reich kann arm sein, denn solche – handgemachten – Tortillas haben Sie noch nicht gegessen.
Maya-Ruinen von Tulum an der Rivera Maya (© Dr. Heiko Beyer, Vision 21 / Chamäleon)
Uxmal, voll mit wundervollen Fassadenmotiven, Ornamenten und Figuren, liefert die Überleitung zu Mexiko live in den Straßen rund um die kolonialen Prachtstücke von Mérida und auf ihren Märkten. Hier vereinen sich Geschichte und Gegenwart im Angesicht der Kakaobohne. Einst das Baumgeschenk der Maya-Gottheit Itzamná an die Menschen, von Kolumbus nach Europa gebracht und heute für Sie im Angebot. Durch die Kulturen der Jahrtausende sind wir gereist, aber eine fehlt noch: Chichén Itzá 13. Untergegangen im Urwald und wieder freigelegt, geben heute knapp 30 Gebäude eine ungefähre Vorstellung von der Bedeutung dieses Kulturzentrums der Maya. El Castillo, der riesige Ballspielplatz, das Observatorium und nicht weit entfernt am Meer die Tempel von Tulum. Sie setzen den Schlusspunkt unserer Reise durch die sagenhaften Kapitel der mexikanischen Geschichte. Aber ganz Schluss ist noch nicht.
Junge Frau in der Hängematte zwischen Palmen am Strand (© alf75, iStockphoto.com / Chamäleon)
Denn seit uralten Zeiten plätschert das karibische Glitzerfunkelbadewasser an der Riviera Maya 14 15, und welch ein segensreicher Zufall: Genau dort liegt mitten am Palmenstrand Ihr Hotel Club Akumal Caribe. Sie können von Glück sagen, dass Ihr Flieger erst übermorgen geht, so können Sie noch einmal rund um die Uhr überlegen, lieber faul oder fidel zu sein. Es wird auf faul hinauslaufen, allenfalls unterbrochen durch eine Schnorchelrunde ums Riff oder eine Assistenz bei den Schwimmversuchen der kleinen Wasserschildkröten. Sie haben schon wieder Glück, denn der Flug nach Hause startet erst abends, geschenkte Stunden im Rhythmus der Karibik. Dann geht es endgültig vom Flughafen Cancún zurück nach Deutschland 16.

 
Veracruz - 16 Tage Wunderwelten-Reise
94,1 100 1
CHF