Einstimmen, langsam angehen, akklimatisieren – das gibt es auf dieser Reise alles nicht, denn Sie landen nach Ihrem Flug von Frankfurt 1 via Bangkok mitten in einem UNESCO-Weltkulturerbe: Luang Prabang 2, der alten Königsstadt. Es heißt, sie sei zweifellos der schönste Bergort Asiens, und wir sind ziemlich sicher, dass Sie dem nicht widersprechen werden. Der zweite Eindruck von diesem Weltkulturerbe erfordert eine kleine sportliche Einlage, die aber reich belohnt wird. 328 Stufen führen auf den Stadtberg Phou Si, und was Sie von dort sehen, macht erst einmal sprachlos. Ein atemberaubender Blick über Luang Prabang und den Mekong zeigt Ihnen, wo Sie gelandet sind und wo nach einer erholsamen Nacht im Sada Hotel die märchenhaften Abenteuer Ihrer Reise beginnen.
Wat Mai Tempel in Luang Prabang (© Jean-Francois Peron, iStockphoto / Chamäleon)
Mönche müssen jeden Tag früh raus, Sie sollten es wenigstens heute tun, wenn bei Sonnenaufgang die gläubigen Laoten den orange gewandeten Mönchen in vollendeter Demut ihre Almosen überreichen. Ein wundervoller Auftakt für einen Tag, der ganz unter dem Zeichen Luang Prabangs 3 als religiöse Hauptstadt von Laos steht. Über 100 Tempel legen davon Zeugnis ab. Wir entscheiden uns für die glanzvollsten: Wat Mai, Wat Vixun und Wat Aham. Was Buddha für die spirituelle Erleuchtung, sind Baci-Zeremonien für das irdische Glück. Sie gehören zu allen wichtigen Lebensstationen wie Geburt, Hochzeit oder Umzug und wünschen den Beteiligten im übertragenen Sinne eine gute Reise. Wir beziehen das heute auf uns und sind Gäste bei einer traditionellen Baci-Feier. Tanz und ein einheimisches Abendessen gehören ebenso untrennbar zu unserem Besuch wie später der berühmte Nachtmarkt der Hmong, der mit seiner üppigen Farbigkeit und Girlanden aus Sternen und Laternen etwas von Weihnachten hat.
Buddha Statuen in Laos (© Exotissimo Travel Thailand / Chamäleon)
Reiten Sie gern? Antworten Sie nicht, bevor Sie nicht wissen, auf wem. Auch Elefanten müssen bewegt werden, und heute Morgen dürfen Sie nach einer Einführung in das Seelenleben der Dickhäuter ihre Beweger sein. Der Umstieg in ein traditionelles Motorboot geht ohne Elefanten besser, also besten Dank für die bewegende Erfahrung, und weiter geht’s den Mekong flussaufwärts zu den Höhlen von Pak Ou. Golden funkeln die Grotten, randvoll mit Buddhafiguren, die gläubige Hindus überall aufgestellt haben, wo noch Platz war. Es fällt mitunter schwer, zu glauben, was man sieht. In solchen Fällen trinkt der einfache Bauer einen Reisschnaps, und im Dorf Ban Xang Hai helfen wir ihm dabei. Den Versuch ist es zumindest wert, auch wenn nach unserer Rückkehr in Luang Prabang 4 die Gefahr besteht, dass der Effekt wieder verpufft. Dort steht auf einer Halbinsel im Mekong der Wat Xieng Thong, das unbestrittene Juwel laotischen Kunsthandwerks. Mit diesen Bildern geht Ihre Zeit im schönsten Bergort zu Ende, denn am nächsten Morgen bringt uns der Flieger nach Pakse.
Wat Phu bei Champasak (© Ralf Schulze / Chamäleon)
Der Mekong, der dieser Reise ihren Namen gab, ist sage und schreibe 4.909 Kilometer lang, bevor er in einem 39.000 Quadratkilometer großen Delta förmlich in alle Winde zerstreut wird. Sie brauchen sich also nicht zu wundern, dass er nach unserer Landung in Pakse 5 schon wieder – oder sagen wir besser: immer noch da ist. Mit einer reizvollen Fahrt durch Teakholzwälder und die Bergdörfer der Lao Theung erreichen wir am Ufer des Mekong den alten Königssitz Champasak. Wat Phu, der Khmer-Tempel zu Ehren von Gott Shiva, ist Weltkulturerbe und wird in seinem heutigen Zustand auf das 6. bis 8. Jahrhundert datiert. Die Bergspitze dahinter hat die unverkennbare Form eines Phallus, was angeblich ausschlaggebend war, das Heiligtum an dieser Stelle zu errichten. So weit die Sage, hingegen bezaubernd real ist auf der Insel Don Khong unser Pon Arena Hotel, wo beim Abendessen der träge dahinfließende Mekong die Sättigungsbeilage fürs Auge ist.
Reisbauer mit Wasserbüffel (© Exotissimo Travel Thailand / Chamäleon)
Das Wasserreich des Mekong bleibt auch heute unser Revier. 14 Kilometer breit ist er an der Stelle, wo die Sonne auf unserem Frühstückstisch steht. 4.000 Inseln 6 liegen wie Konfetti in seinem Flussbett, in der Regenzeit nicht wenige davon Land unter. Wir tun das einzig Richtige und nehmen das Boot quer durch. Ruhende Momente in einer beeindruckend schönen Landschaft geleiten uns zur Insel Don Khon. Ein paradiesischer Wanderweg führt durch den Bambuswald zu den Tad-Liphi-Wasserfällen als Vorgeschmack auf einen weiteren Superlativ dieser Reise. Diesmal kein Wat, sondern Khon Phapheng, der größte Wasserfall Südostasiens. Inklusive Aussichtsplattform, damit es Sie auch schön gruselt.
Am Tonle Sap See in Kambodscha (© Guenter Guni, iStockphoto.com / Chamäleon)
4.000 Inseln 7 sind eine ganze Menge. Die machen auch vor der kambodschanischen Grenze nicht halt. Wir tun es ihnen nach. Und fahren den Mekong hinunter durch abwechslungsreiche Flusslandschaften zu Menschen, die uns vom Ufer aus zuwinken. Am Ende unserer Strecke liegt Stung Treng, eine Stadt im Fadenkreuz zweier gewaltiger Ströme: des Tonle Sap und des Mekong. Hier, wo Anfang und Ende der Wassermassen nicht in Sicht sind, geht es zu wie auf hoher See. Flussschwein nennen die Einheimischen den Irawadi-Delfin. Ein bisschen grinsen tut er schon, aber der Rest ist mehr Wal, und er taucht nicht gern, was unser »Whale Watching« erfolgversprechend macht. Show Time Teil 1, Fortetzung im Weltkulturerbe Preah Vihear.
Inseldorf (© Maja Lamme / Chamäleon)
Einzige Bedingung in Preah Vihear 8: Sie müssen früh aufstehen, denn der Hindutempel der Khmer zeigt seine Schokoladenseiten seit rund 1.000 Jahren bei Sonnenaufgang. Die Lage im Damrek-Gebirge macht’s mit ihrem dramatischen Blick über den Urwald, unter dem sich halb Kambodscha versteckt. Unter anderem die ehemalige Tempelstadt Koh Ker, ebenfalls Weltkulturerbe und Meisterwerkstatt unerreichter Bildhauerkunst, dem unbezahlbaren Koh-Ker-Stil. Das reicht für heute, denn Sie müssen sich noch mental sammeln. Morgen kommt Angkor.
Dorf am Flussufer (© Chamäleon)
Die Tempel im ehemaligen Zentrum des Khmer-Königreiches waren einst der heilige Mittelpunkt der Hauptstädte auf einem Areal von ca. 200 Quadratkilometern. Freie Auswahl an Unbegreiflichem, aber irgendwo müssen wir beginnen, also Banteay Srei, die sogenannte »Zitadelle der Frauen« und eines der schönsten Meisterwerke der Khmer. Bitte loseisen, der Tag ist noch lang, und auch das ist gut so. Der heilige Kultberg Phnom Kulen 9 ist übersät mit Tempeln, Heiligtümern, stürzenden Wassern von allen Seiten und Lingaornamenten unter einem glasklaren Bach. Der perfekte Ort für seltene Stunden der Faszination und Entspannung. Für ganz Verwegene inklusive einer brausenden Erfrischung unter heiligen Wasserfällen. Es scheint, dass die Zeit steht, dabei wird in einem traditionellen, auf Stelzen gebauten Khmer-Haus bereits unser Abendessen vorbereitet. Am Herd steht die Hausfrau unserer Gastfamilie, die uns mit einer kambodschanisch schlichten Nacht einen unbestreitbaren Höhepunkt dieser Reise beschert.
Königlicher Palast in Phnom Penh (© Exotissimo Travel Thailand / Chamäleon)
Vom Tourismus allein können nicht alle satt werden. Aber wir können Hilfe zur Selbsthilfe geben. Wie die von der Chamäleon Stiftung geförderte Archaeology and Development Foundation im Phnom-Kulen-Nationalpark. Mit nachhaltiger Bewirtschaftung den Lebensstandard sichern statt Kulturressourcen zu verbrauchen, das ist das Ziel. Unser Ziel für heute ist viel Zeit für Siem Reap 10, was wörtlich übersetzt »Ort der Niederlage der Siamesen« bedeutet. Aber das ist 400 Jahre her. Dazwischen lagen die Ära der bombastischen Wats und Klöster, die Epoche des kambodschanischen Kunsthandwerks und der Tanzkunst, die französische Kolonialzeit, die Herrschaft der Roten Khmer und die zaghafte Blüte des Neubeginns auf dem Humus einer großartigen Kultur. Lassen Sie sich in Siem Reap durch die Geschichte treiben, und wo sie Ihnen am beeindruckendsten erscheint, da bleiben Sie solange Ihr Gefühl will. Nur einen kurzen Fußmarsch vom Nachtmarkt und der Caféstraße entfernt liegt das La Niche Boutiquehotel. Beste Voraussetzungen für mehrere Anläufe in die kambodschanische Lebensart, bestenfalls unterbrochen von einer erfrischenden Pool-Pause unter den Palmen seines tropischen Gartens.
Banteay Srei bei Angkor (© Mathias Conze, Macopi / Chamäleon)
Dann kommt es knüppeldick, womit nicht nur die Dimensionen gemeint sind, auch die Bedeutung der Tempel, die in ihrem Rang als Kulturerbe ganz oben stehen. Das größte religiöse Bauwerk der Menschheit zuerst: Angkor Wat 11, der Staatstempel des Königs. »Unbeschreiblich und mit keinem anderen Monument der Welt vergleichbar«, fasste der erste westliche Mönch vor über 400 Jahren seine Überwältigung in Worte. Ob er auch Angkor Thom gesehen hat, die letzte Hauptstadt des Imperiums mit der Tempelanlage Bayon und ihren gigantischen Gesichtertürmen? Vielleicht, vielleicht auch nicht, denn ab dem 15. Jahrhundert versank Angkor Thom Stück für Stück im tropischen Urwald. Das Kloster Ta Phrom demonstriert wie es gewesen sein muss. Die beindicken Wurzeln der Würgefeigen sprengen einen Quader nach dem anderen. Wie TNT mit einem Zeitzünder von hunderten Jahren.
Freude (© Martin Schröder / Chamäleon)
Eine Million Menschen sollen dereinst in Angkor gelebt haben. Aber Slums waren unbekannt, der König sorgte für alle und ließ Srah Srang anlegen, ein königliches Bad für rituelle Waschungen und »zum Wohl aller Kreaturen« mit Ausnahme von Elefanten. Unser Wohl ist ein hinreißendes Schauspiel, wenn die Sonne praktisch im Wasser des Srah Srang aufgeht. Es ist zugleich unser letztes in Siem Reap 12, denn es trennt Sie jetzt nur noch ein kambodschanisches Frühstück in der Familie eines Künstlers von Ihrem Flug in die Hauptstadt Phnom Penh.
Ta Prohm in Angkor (© A. Schuhmacher-Plesse / Chamäleon)
Noch heute fürchten die Kambodschaner die Rückkehr der Roten Khmer. Im Genozid-Museum Tuol Sleng wird diese traumatische Ära aufgearbeitet. Und trotz dieser unsäglichen Gräuel ist in Phnom Penh 13 die Lebensfreude zurück. Sie zu erfassen, ist am eindrucksvollsten in der Fahrrad-Rikscha. Hautnah durch das Gewimmel, rechts und links lautstark überholt, von den Geisterfahrern ganz zu schweigen. So geht es über prachtvolle Boulevards und zurückgelassene Villen der französischen Epoche zum Nationalmuseum und der Silberpagode des Königspalastes. Ruhiger wird es erst, wenn die Zeit für unsere romantische Sundowner-Bootsfahrt auf dem Mekong gekommen ist und die tanzenden Lichter von tausend Booten und Gärten uns lotsen.
Sonnenaufgang über Angkor Wat (© Exotissimo Travel Thailand / Chamäleon)
Wir möchten wetten, dass Sie tags zuvor ein paar Ecken entdeckt haben, wo Sie noch einmal sein möchten, Phnom Penh 14 zum Anfassen. Greifen Sie zu, wir haben den Vormittag dafür frei gehalten. Dann ist Boarding Time, und Ihre Maschine bringt Sie via Bangkok zurück nach Frankfurt 15. Es sei denn, Sie hängen noch wat dran.
Mekong - 15 Tage Wunderwelten-Reise
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