Stecken Sie Herztropfen ein, es geht los. Mittags ab Frankfurt 1 mit einer Zwischenlandung in Bangkok nach Yangon. Myanmar an einem Tag wäre die treffende Umschreibung für diese Eröffnungszeremonie der Gefühle. Gold ist hier die normalste Farbe der Welt. Eine Grundfarbe, wenn Sie so wollen, und nicht als Anstrich, sondern vor allem in Form von Blattgold. Wie im Schwarzwald die Tannen, steht in Yangon 2 Pagode an Pagode. Wenn Ihnen der Atem stockt, dann sind Sie im religiösen Zentrum von Myanmar, der Shwedagon-Pagode. Wahrzeichen und berühmteste Stupa der Welt. 60 Tonnen Gold und an der Spitze ein 76-karätiger Diamant, der in der Sonne funkelt. Eine überwältigende Umrundung entlang der zahllosen Schreine ist Pflicht. Die zweite Kür, doch bevor Sie sagen: »Ich kann nicht mehr«, krönt ein burmesisches Abendessen Ihren randvollen Erlebnistag.
Mönche vor der Shwedagon-Pagode in Yangon (© Dirk Bleyer / Chamäleon)
Nun, von Pagoden geträumt? Wäre nicht nötig gewesen, wir haben noch ein paar in echt: Kyaikpun mit den monumentalen Buddhas der vier Weltzeitalter und dann die 114 Meter hohe Shwemawdaw, wo man sich bei der Umrundung schon mal verlaufen kann. Aber denken Sie nicht, dass dies schon das Highlight des Tages war. Wo sich die Gläubigen den Pilgerweg zum Allerheiligsten hinaufquälen, nehmen wir die Luxusvariante, einen umgebauten Kleinlastwagen, auf dessen Pritsche wir Kyaiktiyo 3 entgegenrattern, bis es Ihnen die Sprache verschlägt. Vor Ihnen liegt auf 1.200 Metern Höhe der Goldene Felsen, von dem die Legende sagt, er werde nur durch ein Haar von Buddha in der Balance gehalten. In tiefer Gläubigkeit kleben die Pilger hier feine Goldplättchen auf und murmeln unter großzügigem Einsatz von Räucherstäbchen ihre nicht endenden Gebete. Eine bewegende Stimmung prägt diesen heiligen Ort, und wir bleiben, bis die untergehende Sonne mit dem Goldenen Felsen spielt.
Lächelnde Frau mit Strohhut (© Harry Laub / Chamäleon)
Buddhas Haar hat bis zum nächsten Morgen gehalten. Wir lassen uns noch einmal verzaubern, dann bringt uns der abenteuerliche Lastwagen zu Ihrem Flug nach Bagan 4 5 6. Von den vier Millionen Pagoden aus der Zeit, als Bagan Hauptstadt des ersten burmesischen Reiches war, stehen noch etwa 2.000. Darunter die Shwezigon, die Urmutter der goldenen Pagoden, die Fresken des Gubyaukgyi-Tempels und der schöne Ananda-Tempel mit seinen vier riesigen Buddhastatuen. Ausnahmsweise stehend. Hier saßen die Mönche nicht auf Bänken, um die Ruhe der abendlichen Stimmung auf sich wirken zu lassen, sie saßen auf den Spitzen ihrer Pagoden und hätten sich beinahe die Hände reichen können. Zur Krönung genießen wir ein vitalisierendes Abendessen mit Puppenspielaufführung als Sättigungsbeilage. Eines müssen Sie unbedingt machen: die optionale Fahrt mit dem Heißluftballon über die bewaldete Ebene, aus der die Pagoden wie Pilze schießen. Lauschen Sie in der Stille des frühen Morgens dem sanften Klingeln der Glöckchen, die in den Türmchen ihren verheißungsvollen Dienst tun, der Sie noch lange durch Ihr Leben begleitet.
Fischer bei der Arbeit (© Hans-Holger Kluge / Chamäleon)
Drei Tage rauf und runter durch die Bergwelt ginge auch, aber wir fliegen. Ziel: Mandalay 7, die letzte Hauptstadt des burmesischen Königreiches. Die Könige sind Geschichte, aber ihr Gold ist geblieben und prägt noch heute das Berufsbild des Blattgoldhämmerers, der aus einem Klumpen hauchdünne Plättchen schmiedet, mit denen die Gläubigen den meterhohen Buddha der Mahamuni-Pagode langsam aber sicher in einen Klops verwandeln. Mingun sollte einmal die größte Pagode der Welt werden, aber König Bodawpaya erlebte nicht einmal die Fertigstellung der Basis, und den Rest besorgte ein Erdbeben. Immerhin reicht das Fundament mit der größten unbeschädigten Glocke der Erde für ungläubiges Staunen über den schmalen Grat zwischen Genialität und Größenwahn.
Novizen im Shwe-Yan-Pyay-Kloster (© Harry Laub / Chamäleon)
Man kann es bewundern oder ratlos hinnehmen, in jedem Fall gehört die Erfahrung eines streng gegliederten Klosterlebens zu den eindrucksvollsten. Wir kommen rechtzeitig zum Mittagessen und verteilen unsere willkommenen Almosen auf den Blechtellern, während die Mönche in Reih und Glied für eine Kelle Reis anstehen. Was Sie danach auf einer kleinen Insel erwartet, lässt vermuten, dass Geld keine Rolle gespielt hat. Schlecht bezahlt oder schlicht vermessen, ist nicht mehr eindeutig auszumachen. Jedenfalls hat auch Inwa seinen »schiefen Turm«, was durch die architektonische Pracht der Klöster Maha-Aungmye-Bonzan und Bagaya-Kyaung mehr als wettgemacht wird. Sie alle liegen wie Perlen auf der Schnur einer Pferdekutschfahrt. So rumpeln wir dem Finale in Amarapura 8 entgegen, wo uns der Sonnenuntergang über der längsten Teakholzbrücke der Welt die schönste Gute-Nacht-Geschichte erzählt.
Steinmetz in Mandalay (© Chamäleon)
Eine ganz andere, märchenhafte Geschichte trägt den Titel Inle-See 9 10 und handelt von 17 Dörfern, die im Wasser schwimmen. Wohnhäuser, Klöster, Pagoden, Märkte, Gärten, Felder und selbst unsere fantastische ViewPoint Eco-Lodge – alles schwimmt. Ein Longtail-Boot bringt uns hin, und ob Sie jemals wieder wegwollen, scheint zumindest in diesem Augenblick fraglich. Immerhin bleiben wir zwei Nächte, versuchen bei den Weberinnen das Geheimnis von Kette und Schuss zu lüften und versuchen uns in einer Kunst, die garantiert in die Hose geht: Einbeinrudern. Einbeinig geht es auch ins 17. Jahrhundert zu den Pagoden von Indein, deren ursprüngliches Gold zu großen Teilen von Pflanzen überwuchert ist. Ein Märchenwald schlafender Götter beschert uns Augenblicke voller Romantik.
Feldarbeit (© Katrin und Uwe Conrad / Chamäleon)
Eigentlich ist Loikaw 11 12 von der Umwelt abgeschnitten. Was vielleicht der Grund ist, warum sich zahlreiche indigene Bergstämme hierhin zurückgezogen haben. Wir versuchen es trotzdem, mit Bus und Boot nach Sankar. Picknick und Pagoden, dann weiter in umgekehrter Reihenfolge mit Boot und Bus und schon sind wir da. 1.200 Meter hoch, in einer verborgenen Welt kurz vor Thailand. Pardauz, was ist das? Das sind die Frauen vom Volksstamm der Padaung, die sogenannten »Giraffenhals-Frauen«. Eine Bezeichnung, die sie selbst als Beleidigung empfinden. Also bitte immer schön begeistert tun und staunen, was man mit ein paar Ringen anstellen kann.
Novizen in der Klosterschule (© Daniel Auchter / Chamäleon)
Zurück in Yangon 13 14, gibt es tatsächlich noch einen Weg an dem alles beherrschenden Gold vorbei. Abseits der Besucherströme führt die malerische Altstadt mit ihrer pompösen Kolonialarchitektur der Engländer ein Schattendasein, in das wir etwas Licht bringen wollen. Und was unbedingt zu diesem Abstecher in die ruhende Vergangenheit gehört, ist eine Fahrt mit dem Pendlerzug der einfachen Leute. Dorthin, wo das Lächeln der Menschen noch unverdorben ist.
Steinmetz in Mandalay (© Chamäleon)
Unter allen Vermächtnissen der Kolonialzeit sind die Kopfsteinpflaster-Straßen des Bogyoke-Aung-San-Marktes ein besonders schönes. Burmesische Jade, birmanische Rubine, Antiquitäten, Kunstgalerien und Handwerker-Läden – ein paar Stunden haben Sie noch Zeit, bevor Ihr Flieger zurück nach Frankfurt 15 geht. Beladen mit Tonnen von Erlebnissen in purem Gold.
Mandalay - 15 Tage Wunderwelten-Reise
96,8 100 34
CHF