Den halben Flug verpennen, ist schon mal eine gute Gelegenheit, von den Weltkulturerben zu träumen, die sich wie eine Perlenkette durch Ihre Reise ziehen. Wir haben dafür einen Flieger gewählt, der erst am späten Nachmittag in Frankfurt 1 startet und Sie mit einem Zwischenstopp in Doha morgens in Colombo 2 der Sonne übergibt. Ein Kultursprung, den man langsam angehen muss, um die neue Welt zu entdecken. Das Strandhotel Anantaya Resort & Spa ist prädestiniert dafür und gibt sogleich einen Vorgeschmack auf den vorherrschenden botanischen Trend: Cocos nucifera und Phalaenopsis. Unter Urlaubern: Palmen und Orchideen.
Tempel in Anuradhapuras (© Udaya Wijesoma / Chamäleon)
Auf den beglückenden Indischen Ozean kommen wir noch einmal zurück. Erst mal in die alte Hauptstadt Anuradhapura 3. Über 2.000 Jahre hat der vollständig dokumentierte Baum auf der Rinde: Sri Maha Bodhi, unter dem Siddhartha Gautama den Buddhismus verkündete. Dazu der alte Brazenpalast mit seinen 1.600 Steinsäulen und der alles überragende Ruwanwelisaya-Stupa – sie ergeben zusammen das erste Weltkulturerbe dieser Reise. Doch das zweite folgt sogleich: die Felsenfestung von Sigiriya 4. 200 Meter ragt sie senkrecht aus dem Wald und macht uns den Aufstieg mit Lustgärten, Wolkenmädchen und der bedeutsamen Spiegelwand leicht. Aber man soll den körperlichen Einsatz nicht übertreiben, weshalb Sie mit einem Traktor aus den letzten Tagen des Eozäns durch das ländliche Leben im Bauerndorf Hiriwadunna tuckern. Und da ist noch das andere traditionelle Verkehrsmittel, das unserem Nachmittag einen abenteuerlichen Kick gibt: Benjamin mit dem Rüssel. Wissenschaftlich Elephas maximus maximus. Fallhöhe bis 3,50 Meter. Viel Vergnügen im Minneriya-Nationalpark.
Vorsichtiges Elefantenbad (© Udaya Wijesoma / Chamäleon)
Wenn Sie immer noch glauben, Curry sei ein Gewürz, ab heute wissen Sie es besser. Denn alle Zutaten, die Sie auf dem Markt kaufen werden, ergeben am Ende duftende Currys. Die ganze Klaviatur der sri-lankischen Küche, mit tatkräftiger Unterstützung der Familie, bei der wir zum Mittagessen eingeladen sind. Leckerlecker und vor allem sauscharf. Nach dem Essen soll man ruhen oder tausend Schritte tun. Auf Sri Lanka sind das tausend Pedalumdrehungen. Sie bringen uns nach Polonnaruwa 5, die alte Königsstadt. Unser drittes Weltkulturerbe mit ihren monumentalen Stupas, den Tempeln und den haushohen Buddhafiguren von Gal Vihara.
Tempelanlage in Dambulla (© Udaya Wijesoma / Chamäleon)
Sie werden es kaum glauben, aber das vierte Weltkulturerbe steht an: Dambulla. Tief unten in der Tempelhöhle die 153 Darstellungen aus dem Leben Buddhas. Aber es kommt noch schöner, Sie müssen sich nur die Namen Senkadagalapura, Sri Wardhanapura und Maha Nuwara merken. Ach was, sagen Sie einfach Kandy 6. Weltkulturerbe Nummer fünf. Prunk und Herrlichkeit signalisiert das goldene Dach des Zahntempels, wo der sorgsam gehütete linke obere Eckzahn Buddhas die Pilger in Verzückung versetzt. Schließlich ein königliches Finale: Tanz, Akrobatik, Feuerlauf und zur Krönung ein köstliches Curry im Hotel Kaya Residence.
Bananenverkäufer am Straßenrand (© Udaya Wijesoma / Chamäleon)
Heute morgen ist alles im Fluss. Der Yogalehrer macht’s. Mentale Stärkung ist allerdings auch vonnöten, denn wo immer die singhalesischen Könige versucht haben, ihren Reichtum zur Schau zu stellen, hat die Natur noch eins draufgesetzt. Der Botanische Garten von Peradeniya wurde zum schönsten in ganz Asien. Platz zwei für den Kandy-See 7. Einmal fahren wir Sie rundherum, inklusive Edelsteinmuseum, Handwerkszentrum und Basar. Dann gehört der magische Ort Ihnen allein. Nichts ist mehr Pflicht, alles Kür auf der Suche nach Ihren schönsten Momenten.
Grüne Hügelketten der Teeplantage (© Udaya Wijesoma / Chamäleon)
In traumhaft gezogenen Linien, von denen man sagt, sie ergäben die schönste Bergstrecke der Welt, führt uns die Straße am nächsten Morgen durch die legendären Teeplantagen ins Hochland nach Nuwara Eliya 8. Sie wissen hoffentlich, wie der First Flush entsteht, der als Flowery Orange Pekoe britische Ladys um den Verstand bringt. »Oh, my dear!«, gilt dabei als höchster Grad der Entzückung. Keine Ahnung? Nun, heute erfahren Sie es an der Quelle des weltweiten Teegenusses. Und damit sich Ihre Erkenntnisse nicht auf die Theorie beschränken, dürfen Sie selbst pflücken und Ihre Ausbeute in eine kleine Teefabrik tragen. Im Tausch gegen ein verführerisch duftendes Tässchen, versteht sich.
Zugfahrt unter Palmen (© Melina Waßmer / Chamäleon)
Kein Hochland ist so hoch, dass es nicht noch höher ginge. Steile Kurven sind der Preis dafür und unsere in den Horton-Plains-Nationalpark 9 sind besonders steil. Auf 2.310 Metern wabern riesige Nebeltücher über die Landschaft, und eiskalte Bäche sorgen dafür, dass das Grün saftig ist. Wie auf Wolke sieben schauen wir vom »World’s End« herab, durchwandern anschließend unberührte Ebenen und ausgewaschene Flussbetten, die eigentlich Sambarhirschen und Schlankloris vorbehalten sind. Die eineinhalbstündige Zugfahrt nach Bandarawela ist das Allerhöchste, und unser Hotel Villa Perpetua müsste für seine sensationelle Aussicht eigentlich Eintritt verlangen.
Teeernte (© Björn Ihle / Chamäleon)
Wir bleiben noch in Bandarawela 10, wir hätten Sie sowieso nicht mehr wegbekommen. Ein Spaziergang in solch einer Luft kostet normalerweise Kurtaxe, und dass Sie bei gutem Wetter vom Little Adam’s Peak bis zur Küste sehen können, würde Fernsehgebühren rechtfertigen. Ob die Teepflücker das auch so empfinden, darf bezweifelt werden. Aber fragen Sie sie doch selbst, wenn wir sie in ihrem kleinen Dorf besuchen. Wer hier wohnt, hat eine Lebensstellung, die nicht selten vererbt wird. Pflücken, schlafen, pflücken, schlafen. Aber wenn Sie mit den überwiegend indischen Tamilen reden, werden Sie kein Wort der Unzufriedenheit hören, und das mitunter zahnlose Lächeln verrät einen Hauch von Glück.
Leopard (© Udaya Wijesoma / Chamäleon)
Sehr dekorativ stürzt sich der Ravana-Wasserfall von einer ovalen Felsnase 25 Meter in die Tiefe. Er lohnt einen Stopp auf unserer Fahrt durch dichten Dschungel nach Kataragama zum Yala-Nationalpark 11. Axishirsche, Pfauen und wilde Elefanten sehen wir auch unterwegs schon, aber im Yala kommen bei einer Geländewagen-Safari noch Leoparden, Bären, Krokos und jede Menge ausgefallene Vogelarten hinzu. Da muss Ihr Hypothalamus auch mal wieder zur Ruhe kommen, wofür in einer Puja-Zeremonie die Elemente des Karma-Yoga, Bhakti-Yoga, Raja-Yoga und Jnana-Yoga zusammenfließen.
Elefantenherde (© Melina Waßmer / Chamäleon)
Wie alle Tierkinder haben Elefantenbabys einen umwerfenden Charme. Sie vielleicht besonders, weil Größe und Tollpatschigkeit in einem gewinnenden Gegensatz stehen. Das Elephant Transit Home in Udawalawe nimmt sich derer an, die als Waisen orientierungslos durch die Regenwälder stolpern. Pflege, Aufzucht und sensible Vorbereitung auf ihre Auswilderung sind ein Fulltime-Job in der tierischen Krabbelgruppe. Dann dürfen Sie selbst ein bisschen krabbeln, denn die Rainforest Ecolodge im Sinharaja-Nationalpark 12 ist unser spektakuläres Zuhause mit Chalets aus alten Schiffscontainern und einem Baumkronenblick durch die raumhohen Fenster.
Regenwald (© Udaya Wijesoma, Nkar Travel House / Chamäleon)
Fast hätten wir vergessen, dass der Sinharaja-Nationalpark als letztes der großen zusammenhängenden Regenwaldgebiete Weltnaturerbe ist. Unser sechstes. Dann aber zurück zu unserem Versprechen, den Indischen Ozean wiederzusehen. Matara 13 heißt das Fischerdorf an der Südküste, und einmal abgelegt am Pool des Amaloh by Jetwing, werden Sie vermutlich nicht mehr aufstehen wollen. Es sei denn, Sie bitten den Ober, Ihr Abendessen im Garten oder am Strand zu servieren. Der macht das tatsächlich.
Fischer in ihrem Boot (© Udaya Wijesoma / Chamäleon)
Sie liegen noch oder schon wieder? Wäre durchaus verständlich, trotzdem die Frage: Wie wär’s mit einem siebten Weltkulturerbe? Galle 14, der einst portugiesische, dann niederländische und schließlich britische Seehafen, verbirgt hinter den meterdicken Mauern seiner Festung eine märchenhafte, multikulturelle Altstadt. Sie wäre es wert, sich noch einmal zu erheben. Ein Spaziergang durch fast 400 Jahre abenteuerliche Geschichte, aus der jede der Kolonialmächte etwas zurückgelassen hat. Nur der Fisch ist tagesfrisch.
Relief an einem Tempel in Anuradhapuras (© Udaya Wijesoma / Chamäleon)
Wie Konfetti liegen die Krokodile in den Lagunensümpfen des Naturschutzgebietes Madu Ganga 15 und teilen es sich mit 300 Pflanzen- und 248 anderen Tierarten, die auf den Mangroveninseln zu Hause sind. Manchmal werden Sie nicht wissen, wohin zuerst gucken, aber das ist in Colombo 16 auch nicht anders: Der juwelenbesetzte Thron der Könige von Kandy, das imposante Gangaramaya-Kloster und zum guten Schluss eine turbulente Zeit im Pettah-Basar. Mehr Stadtteil als Markt, in dem die „Kulis“ hoffnungslos überladene Karren durch die überfüllten Straßen jonglieren. Danach kommt kein achtes Weltkulturerbe mehr und es geht zurück nach Frankfurt 17. Statt Cocos nucifera wieder Rittersporn und Fetthenne.
Kandy - 17 Tage Wunderwelten-Reise
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