Sie haben die Wahl, von welchem Flughafen 1 Sie ins Unbekannte fliegen möchten. Das Zwischenziel klingt noch vertraut, dann führt Sie die zweite Etappe von Istanbul nach Samarkand 2 3. Huch, das Beste gleich zu Beginn? Könnte man so sagen, aber das Schönste am Besten ist, dass es noch viel besser kommt. Also der Reihe nach: Weltkulturerbe, Perle des Ostens, Platz eins der überwältigenden islamischen Baukunst. Möglicherweise werden Sie die Laudatio noch etwas erweitern, sobald Sie die atemberaubenden Medresen Ulugh Beg, Tella-Kari und Schir-Dar gesehen haben. Jedes Bauwerk ein Edelstein aus der »Goldenen Epoche« des 15. Jahrhunderts. Das Abendessen in einer usbekischen Familie ist jüngeren Datums, aber auf seine Art auch goldig. Gur-Emir – das »Grab des Königs« – zeigt noch einmal, was timuridische Monumental-Architektur zu leisten vermochte, dann wird es Zeit, das Beste vom Besten anzugehen.
Greis in Buchara (© Petra Müller / Chamäleon)
Bleiben Sie gelassen, die Anhänger des Sufi-Ordens zeigen Ihnen, wie es geht. Dann kommt Buchara 4 5. 350 Moscheen und 120 Medresen allein in der Altstadt. Weltkulturerbe, was sonst? Am Wasserbecken des Labi-Hovuz-Komplexes wurde vor hundert Jahren schon lebhaft Handel getrieben, und die Paläste aus 1.001 Nacht der Poi-Kalon-Anlage mit dem 45 Meter hohen Kalyan-Minarett in der Mitte werden Ihnen endgültig zeigen, dass Sie im Bann der Seidenstraße angekommen sind. Und was taten die Händler nach einem gewinnträchtigen Deal? Ab ins Hamam. Können Sie auch haben. Zum regenerieren, denn das Samaniden-Mausoleum, die Chor-Minor-Medrese, die Festung Buchara und den Bolo-Hauz-Komplex müssen Sie auch noch gesehen haben, dann übernehmen die Puppenspieler der Kukeldash-Medrese das Vorspiel für Ihr Abendessen.
Palast in Buchara (© Heiko Kußmann / Chamäleon)
Der Weg nach Chiwa 6 7 ist noch derselbe wie 1220 beim Angriff Dschingis Khans auf die Handelsstadt an der Seidenstraße: quer durch die Wüste bis zu der beeindruckenden Stadtmauer, die allerdings keinen der zahlreichen Angreifer abzuhalten vermochte. Dieser Erkenntnis folgend, lässt man uns ungehindert die Museumsstadt passieren, die seit 1990 Weltkulturerbe ist. Das Minarett steht ebenso stumm da wie der Tasch-Hauli-Palast, aber wenn sie erleben möchten, wie lebendig ein Museum sein kann, dann ist der Basar Ihr Place to be. Sie müssen sich auch nicht beeilen, unser Flieger nach Taschkent geht nicht ohne uns.
 
Kuppeln von Taschkent (© Heiko Kußmann / Chamäleon)
Unverkennbar orientalisch präsentiert sich die Hauptstadt Usbekistans, und der Reichtum, den Gewürze, Seide, Papier und Schwarzpulver in Taschkent 8 zurückgelassen haben, ist beeindruckend. Bis zu unserem Weiterflug nehmen wir das Feinste: Die Hasrati-Imam-Moschee mit ihren türkisblauen Kuppeldächern, die Bibliothek mit den ältesten Koranausgaben der Welt, die wundervolle Kukeldash-Medrese aus dem 16. Jahrhundert und die Handwerkergassen im Chorsu-Basar, wo es vom Nachttopf bis zum goldbesetzten usbekischen Festgewand einfach alles gibt. Kaufen Sie zur Wegzehrung ein paar geröstete Pistazien, wer weiß, wann Sie in Kirgisistan was zu essen bekommen.
Auf dem Markt (© Heiko Kußmann / Chamäleon)
Landung in der berauschenden Kulisse des ganzjährig schneebedeckten Tienschan-Gebirges am Abend. Und weil die Pistazien längst gegessen sind, geht es am nächten Morgen gleich wieder zum Basar. Besteck, Balalaika, Nachttopf? Alles kein Problem. Ob Sie es glauben oder nicht, Bischkek 9 ist eine in jeder Hinsicht moderne Stadt, mit breiten Boulevards, Restaurants, Cafés und dem Lächeln der zentralasiatischen Kultur. Nur mit Latte Macchiato wird es schwierig. Maksym, Dscharma und Tschalap, das trinkt man hier und es schmeckt alles köstlich, ist vielleicht nur nicht Ihr Geschmack.
Traditioneller Reiter-Wettkampf (© Rob Thomson, iStockphoto / Chamäleon)
Schade eigentlich, dass Sie Ihr Gepäckgewicht schon ausgereizt haben. Sonst wäre vielleicht noch Luft für ein verstimmtes Klavier, ein russisches Mikrowellengerät, eine blecherne Kloschüssel oder ein Zehnerpack Jurtenkronleuchter, bei uns als Kerzenständer bekannt. Gibt’s alles und mehr im Osh-Basar. Aber ein Pfund getrocknetes Yak-Fleisch könnten Sie doch ... Nein, auch nicht? Na gut, aber wenigstens viel gucken. Kyrgyz Kochu, das ist ein Wort, bei dem die Augen der Kirgisen leuchten. Ein Festival zur Pflege und Bestärkung kirgisischer Traditionen, das den Höhepunkt im August bildet. Aber weil es auch den Kirgisen immer wieder Spaß macht, gibt es in Kotschkor 10 extra für uns eine Sonderausgabe. Mit traditionellem Gesang, Jurtenbau und Freundschaftsgeschenken in Form von Tee und Borsok.
Bootsfahrt auf dem Yssykköl-See (© Novi Nomad Tours / Chamäleon)
Üben Sie schonmal: Yssykköl-See 11. Spricht sich, wie man es schreibt. Nach dem Titicaca-See der zweithöchste Bergsee der Welt, kristallklar und wundervoll saukalt. Was Sie nicht davon abhalten sollte, sich rundum zu erfrischen. Füße ins Wasser, Augen Richtung verschneitem Bergpanorama. Der nächste Blick gilt einem aussterbenden Nationalsport. Was den Scheichs die Falken, sind hier die Steinadler. Hochtrainierte Jagdgehilfen, die im kirgisischen Bergland lautlos und effektiv das Kleinwild dezimieren. Die Tage der hauptberuflichen Jäger sind allerdings gezählt und die Pfeifhasen tanzen schon vor Freude.
Bäuerlicher Pferdewagen (© Novi Nomad Tours / Chamäleon)
Wollen Sie es nicht doch mal versuchen? Wenn Sie erst mal im Yssykköl-See sind, ist er nur noch halb so kalt, und Sie sparen sich für den Rest der Reise die Tagescreme. Dann wird es an einem gespaltenen Felsen im Dscheti-Ögüs-Tal tränenreich. Er symbolisiert das gebrochene Herz des Mädchens, dessen Verehrer sich gegenseitig umgebracht haben. Schnell weg zu den »Sieben Bullen«, dem berühmten Wahrzeichen Kirgisistans, verewigt in zahlreichen Sagen, Erzählungen und Liedern, neukirgisisch: Podcasts. Karakol 12 ist kaum der Rede wert, aber die russisch-orthodoxe Holzkirche, die von chinesischen Arbeitern in vier Jahren ohne einen einzigen Nagel zusammengezimmert wurde, ist an Schönheit und Ebenmaß nicht zu überbieten.
Russisch-orthodoxe Kirche in Karakol (© Novi Nomad / Chamäleon)
Wir revidieren unser Urteil über Karakol und bleiben noch. Viehfest? Volksmarkt? Volksvieh? Festvolk? Sie müssen sich die sonntägliche Auktion von Schafen, Pferden und Kühen wie eine generationenübergreifende WhatsApp-Gruppe vorstellen. Alle sind gekommen, um zu sehen und gesehen zu werden. Um das Neueste zu erfahren und das Allerneueste weiterzugeben. Und auf das Wiedersehen anzustoßen. Mit vergorener Stutenmilch. Hallelujah, das muss man auf nüchternen Magen aushalten können. Unser Friedensangebot: Abschieds-Bootsfahrt auf dem Yssykköl-See. Und wenn Sie am liebsten noch stundenlang auf das spektakuläre Bergpanorama schauen möchten, führt doch kein Weg am Tschong-Kemin-Tal 13 vorbei.
Jagdvogel-Vorführung (© Novi Nomad / Chamäleon)
Es gilt als einer der malerischsten Landstriche Kirgisistans. Durch die Sohle des Tschong-Kemin-Tals schlängelt sich das Wildwasser, rechts und links türmen sich Steilhänge voller Tannenwälder und voraus die Gletscher der Bergkämme. Ein Naturschauspiel von einzigartiger Schönheit. Die Teilnehmer am Reiterwettkampf Ulak Tartisch haben dafür keine Augen. Sie sind auf die kopflose Ziege konzentriert, die es über der Torlinie in einem Kreis zu versenken gilt. Polo auf kirgisisch. Nichts für schwache Nerven. Aber bis zu unserer Ankunft in Bischkek 14 sind Sie drüber weg. Dann enden mit dem Flug nach Hause 15 auch schon Ihre zwei Wochen in der Galaxie von Dschingis Khan und nicht für möglich gehaltener Pracht, von Jurten und geköpften Ziegen, von sieben Bullen, vergorener Stutenbrrrrr, gebrochenen Herzen und Geschichten, die nicht enden wollten.
Samarkand - 15 Tage Wunderwelten-Reise
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