Wenn Sie stark genug für eine ununterbrochene Serie an Weltwundern sind, dann steigen Sie ein. Ihr Flieger geht nachmittags von Frankfurt 1, was ideal ist, denn bereits am frühen Morgen landen Sie in Hanoi 2 und der Tag gehört Ihnen. Was darf es sein: der berühmte Schwertsee mit der roten The-Huc-Brücke, die 82 Stelen im Literaturtempel und Wahrzeichen der Stadt, die Einsäulenpagode in Form einer Lotosblüte, von der die Legende sagt, sie sei der Dank des kinderlosen Königs Ly Thai To für seine späte Vaterschaft, was allerdings auch schon tausend Jahre her ist. Selbst unser Hotel La Siesta Classic ist ein Teil der Sehenswürdigkeiten, denn es liegt in der attraktivsten Ecke der Altstadt, dem Viertel der 36 Gassen, dessen schmale Handwerkerhäuser und Marktgeschäfte oft noch aus dem 15. Jahrhundert stammen. Noch 400 Jahre früher entstand die nostalgische Kunst des Wasserpuppentheaters, bei der die Puppenspieler bis zur Hüfte im Wasser stehen und an meterlangen Stöcken mystische Figuren und feuerspeiende Drachen tanzen lassen. Angeheizt von den kratzigen Tönen einer einsaitigen Kastenzither. Heute Abend zittern Sie mit.
Blick auf die Halong Bucht (© Dieter Franta / Chamäleon)
Das nächste Weltwunder. Es besteht aus sage und schreibe 1.969 Zuckerhüten in der petrolgrünen Bucht des untertauchenden Drachen. Da ist es nur logisch, dass wir in der Halong-Bucht 3 4 ein Drachenboot nehmen. Die Dschunke mit ihren komfortablen Kajüten ist für zwei Tage Ihr Zuhause im Weltnaturerbe. Im Slalom zwischen den Spitzkegeln oder mit dem Kajak bizarre Höhlen entdecken, das hat schon James Bond beeindruckt. Die Fischer in der Halong-Bucht lässt dieses Spektakel kalt, soweit man im subtropischen Klima von kalt sprechen kann. Aber Sie freuen sich über unseren Besuch im schwimmenden Dorf und zeigen uns, die Netze so auszuwerfen, dass die Mühe nicht gänzlich vergebens war. Falls doch, und sei es nur, weil die Fische gemessen am Appetit zu klein waren, hat der Chefkoch an Bord der Dschunke schon alles für die Kochvorführung »Lecker Reisrollen« vorbereitet. Schauen Sie genau hin, damit die Dinger am Ende nicht aussehen wie Silvesterböller nach dem Knall.
Die Japanische Brücke in Hoi An (© Thorsten Meiritz / Chamäleon)
Auch Reisrollen können Flügel verleihen. In unserem Fall nach Hoi An 5, wo vor 900 Jahren die ersten Papierlampions gefaltet wurden, die das Weltkulturerbe am Thu-Bon-Fluss heute in ein Meer aus zigtausend Laternen verwandeln. Sie haben alle Zeit, Ihren Gefühlen nachzugehen. Beim Bummel durch die mit Lampions gesättigten Händlergassen. Bei einer überwältigenden Bootsfahrt durch das Lichterzentrum von Hoi An. In den illuminierten Etagenrestaurants am Flussufer. Und hinterher beim Kerzenschiffchen-Versenken in den spiegelnden Fluten des Thu Bon.
Im Wasserkokosnusswald (© Claudia Exner / Chamäleon)
Als Haupthafen an der alten Seidenstraße zog Hoi An 6 Händler aus Japan und China an, die ihre Kulturen mitbrachten, bis sich im 17. Jahrhundert auch englische, holländische und französische Companies hier niederließen. Ein Schmelztiegel des Schönen und Wertvollen. Die Japanische Brücke, der Quan-Cong-Tempel, die Phuoc-Kien-Pagode, das berühmte Handelshaus Diep Dong Nguyen – hier ist fast alles Weltkulturerbe, und am Nachmittag können Sie Ihre eigene Route der Wunderwelten gehen. Bis dahin lernen Sie bei den Handwerksbetrieben der Insel Cam Kim erstaunliche Techniken kennen, die immer von einem herzlichen Lächeln der Einheimischen begleitet sind. Lächeln Sie zum Abschied zurück und dann gehen Sie noch einmal durch den Zauber der Geschichte oder zaubern sich an den Pool.
Am Flussufer in Hoi An (© Maja Lamme / Chamäleon)
Nach 4.909 Kilometern durch China, Tibet, Myanmar, Thailand, Kambodscha und Vietnam zerbröselt der Mekong im 39.000 Quadratkilometer großen Delta. Das reicht für uns. Von Hoi An zum Flughafen Da Nang und weiter nach Saigon 7 am Ufer des Mekong. Einen besseren Ausgangspunkt kann man sich nicht denken. Heute – vom zentral gelegenen Eden Star Saigon Hotel aus – für eine Nachtvisite auf dem berühmten Ben-Thanh-Markt und den feudalen Flaniermeilen.
Das Mekong-Delta (© Christian Hergenröther / Chamäleon)
Und morgen dann ins Eingemachte des Mekong-Deltas 8. Durch tausende Seitenarme und Kanälchen schippern die Bewohner bis vor ihr Gartentörchen, sofern vorhanden. Auf diesen abenteuerlichen Verkehrswegen sind auch wir unterwegs und passen uns mit Motorboot, Drahtesel und Sampan den örtlichen Möglichkeiten an. Auf unseren verschlungenen Wegen durch das Delta besuchen wir Familienbetriebe, die Reispapier, Kokosnuss-Bonbons und Reispopcorn herstellen. Alles in Handarbeit, versteht sich, und selbstverständlich verbunden mit einer lächelnden Einladung zum Tee.
Multitasking (© Christian Hergenröther / Chamäleon)
Morgenstund ist aller Laster Anfang, und wie die Vietnamesen damit umgehen, kann großes Kino sein. Jedenfalls am schwimmenden Markt von Cai Rang, wo aus überladenen Booten und Kähnen mit schwankenden Bergen von Früchten und Gemüse gehandelt wird. Wer geht unter, wer fällt beim heillosen Gewimmel über Bord? Niemand, es ist ein Rätsel, aber funktioniert wie ein Uhrwerk. Es wird Zeit, Abschied vom Mekong-Delta 9 zu nehmen. Hier noch ein Obst-Inselchen, dort noch ein Besuch in der Messerwerkstatt, dann heißt es Kräfte sammeln im Eden Star Saigon Hotel mit Pool auf der Dachterrasse. Sammeln Sie viel für ein nervenaufreibendes Abenteuer, wie es nur hier möglich ist: die nächtliche Vespa-Tour durch einen Teil der Stadt, wo Saigon noch Saigon ist. »The Ride of my Life«, wie sie den Horror hier nennen.
Kinder Kambodschas - die neue Generation (© Nathalie Pfister / Chamäleon)
Ihr vietnamesischer Reiseleiter bedankt sich für Ihr Interesse an seinem Land und reicht Sie weiter an den kambodschanischen Kollegen. Dazwischen liegt Ihr Flug von Saigon nach Siem Reap 10. Nicht weit vom größten sakralen Bauwerk der Menschheit liegt ein kleines Kapitel aus 1.001 Nacht, nur mit mehr Palmen: das zum Verlieben paradiesische Montra Nivesha. Sie werden sich gleich einen Poolplatz ergattern wollen, aber nur unter Vorbehalt, denn während Sie Ihre Runden drehen, steht die Hausfrau einer kambodschanischen Familie bereits am Herd und kocht, was man in Kambodscha zu besonderen Anlässen isst. Especially for you.
Ta Prohm in Angkor (© A. Schuhmacher-Plesse / Chamäleon)
Was die Wurzeln gigantischer Feigenbäume von der aufgegebenen Tempelanlage Ta Prohm übriggelassen haben, grenzt an nihilistische Kunst. Packend und demütigend einerseits, fassungslos und bewundernswert andererseits. Wie eigentlich alle Tempel von Angkor 11. Spätestens nach der monumentalen Säulenhalle von Preah Khan, dem größten buddhistischen Tempelkomplex der angkorianischen Zeit, werden Sie eine Pause brauchen. Eine traditionelle Fußmassage wird Körper und Seele wieder in eine mittlere Stimmung bringen, denn Sie brauchen neue Kraft für die »Zitadelle der Frauen« im Weltkulturerbe Banteay Srei, das als eines der schönsten Meisterwerke der Khmer gilt. Die Reliefs der mythischen Wächter, Schutzwesen und Girlanden sind auch tausend Jahre danach noch ein einziges Faszinosum. Das reicht dann für heute, sonst war die Fußmassage für die Katz.
Schwimmendes Dorf am Tonle Sap (© Karin Mellina / Chamäleon)

Der Staatstempel Bayon mit je einem Turm für die 54 Provinzen des Königreiches, die unglaublichen Bildwerke an der Terrasse des Leprakönigs, die Elefantenterrasse, das weise Lächeln der 200 gewaltigen Steingesichter – sie machen unsere Fahrradtour durch die letzte Hauptstadt des glorreichen Angkor-Imperiums zum Adrenalintrip. Er bleibt nicht der einzige, denn in Kampong Phluk tanzen die Häuser auf dem Tonle Sap 12. Jedenfalls so lange, bis der Wasserspiegel sinkt und die krummen Stelzen zum Vorschein kommen. Ob wir per Boot oder zu Fuß das erstaunliche Dorf bezwingen, hängt also von der Jahreszeit ab. Der dritte Adrenalinschub ist zweifellos der heftigste. Angkor Wat 13, das monumentalste sakrale Bauwerk der Menschheit und Weltkulturerbe. Wer hier sein Herz nicht schlagen fühlt, der hat keins.

Relief in Angkor (© Andreas Haberlag / Chamäleon)

Ein paar Stunden bleiben noch für den Garten des Montra Nivesha, den alten Markt oder die Caféstraße von Siem Reap 14, dann ist der letzte Band Ihrer Erinnerungen geschrieben. Am Nachmittag fliegen Sie zurück nach Hanoi, und kurz vor Mitternacht beginnt die letzte Etappe nach Frankfurt 15. Zeit genug, darüber nachzudenken, wie viele Bände es am Ende geworden sind.

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