Uluru klingt natürlich viel seriöser, zumal es sich um den mythischen Ayers Rock in der Sprache der Aborigines handelt. Aber wir hätten diese Reise genauso gut »Uihjuihjuihjui« nennen können, denn es sind Tage des Staunens und des stillen Glücks mit Seltenheitswert. Still ist das Glück am Flughafen in Deutschland 1 noch nicht, aber das ändert sich, sobald Sie in Sydney 2 angekommen sind. Sie wollen die Oper sehen, wer will das nicht. Aber wenn Sie dieses Weltkulturerbe auch hören wollen, dann arrangieren wir das gerne als optionales Programm.
Oper in Sydney (© Chamäleon)
Bis zur Oper bleibt noch Zeit für Sydney 3. Auf einem Erkundungstrip folgt Schlag auf Schlag, was Sie gesehen haben müssen: Das Powerviertel Kings Cross, den als nationales Denkmal eingetragenen Bondi Beach, den neu erblühten historischen Bezirk The Rocks und die Klippen, die der Hafeneinfahrt ihren besonderen Reiz geben. Dasselbe nochmal von einem Katamaran aus, der uns durch den Hafen in eine idyllische Bucht schippert, wo ein Buffet auf Sie wartet. Lukull in Sydney, es hätte schlechter kommen können.
Koala auf einem Ast (© Renate Micallef, iStockphoto.com / Chamäleon)
Was wir zu Hause als knuffige Stofftiere kennen, tut hier so, als gehöre ihnen der Featherdale Wildlife Park. Kängurus, Wombats und Koalas haben nichts gegen einen mitgebrachten Appetithappen, wovon wir bei den Salzwasser-Krokodilen abraten. Aber für ein bisschen Gänsehaut sind sie allemal gut. Die nächste gibt es tausend Meter weiter oben, im Weltnaturerbe Blue-Mountains-Nationalpark 4. Govetts Leap am Grand Canyon wird als bester Aussichtspunkt gehandelt, die optionale Seilbahn über die Schlucht als Gänsehaut-Moment. Furchtlos voraus, liegt unterhalb den »Drei Schwestern« der üppige Eukalyptuswald, in dem unsere luftige Fahrt bei der ältesten Kultur der Welt endet: im Waradah Australien Centre.
Vier alte Aboriginals (© Chamäleon)
Er braucht noch ein bisschen, um »warm« zu werden. Solange wandern wir im spektakulären Valley of the Winds durch feuerrote Schluchten zu den nach der Königin Olga von Württemberg benannten »The Olgas«. Monumentale Steinbrocken, der größte 1.069 Meter hoch. Wie hingeworfen, aber von wem? Wenn ihn die späte Sonne wie einen Feuerball leuchten lässt, ist er »warm« genug für uns. Uluru nennen die Aborigines den Koloss, den die ganze Welt unter dem Namen Ayers Rock 5 6 kennt. Wegen seiner spirituellen Bedeutung für die Traumzeit-Erzählungen der Urvölker, darf er ab 2019 nicht mehr bestiegen werden. Also Hand auflegen und sich was wünschen, das geht noch. Wo der Uluru gestern dunkel war, geht heute die Sonne auf. Also noch einmal hin und dann ins preisgekrönte Zentrum für Aborigine-Kultur, damit Bilder und Geschichten zusammenpassen.
Felsformation des Kings Canyon (© g01xm, iStockphoto.com / Chamäleon)
Eigentlich ist alles Wüste um uns herum. Bunt wie eine Love Parade, aber wüst. Da überrascht ein gigantisches, nahezu vollkommen geschlossenes Loch, aus dem es leise plätschert. Kings Canyon 7, die größte Schlucht Australiens mit eigenem Mikroklima, was ihr den Beinamen »Garden of Eden« eingebracht hat. Und bitte sehr: Was anderes als ausgiebig wandern, ist die einzig angemessene Option im Paradies? Staubig wird es von selbst wieder auf der Mereenie Loop Road zur Glen Helen Lodge im Watarrka-Nationalpark. Auf dem Spielplan: Landschaft in 360° Cinemascope und Technicolor. Und statt Popcorn »Genuine Outback Dining«. Mahlzeit.
Kata Tjuta - die Olgas (© Chamäleon)
Wie soll ein Herz anders sein als rot? Aber dieses Herz und dieses Rot sind einzigartig. Wir befinden uns in der geografischen Mitte Australiens mit der 644 Kilometer langen roten Gebirgskette der West-MacDonnell-Ranges 8. Und tatsächlich: Es gibt eine Lücke hindurch, Simpsons Gap, die lange vor den Europäern schon spiritueller Ort der regionalen Aborigines war. Quasi um die Ecke liegt Alice Springs 9, das lange Zeit nur mit Kamelkarawanen versorgt werden konnte. Der Name basiert auf einem Irrtum, denn die vermeintliche Quelle war keine. Aber das Telegrafenhäuschen stand schon und führte zur Gründung der Stadt samt einer eigenwilligen medizinischen Versorgung im australischen Outback, dem Royal Flying Doctor Service.
Aboriginal spielt Didgeridoo (© Chamäleon)
Wann hat man schon mal die Gelegenheit, Bäume von oben zu sehen? Wobei es fraglich ist, ob man im Dschungel des Regenwaldes die einzelnen Bäume noch voneinander unterscheiden kann. Sieht mehr wie ein gigantischer sattgrüner Teppich aus, wenn wir mit der Seilbahn drüber hinweg schweben ins Bergdorf Kuranda 10. Es ist Markttag im Regenwald, und die Musik kommt nicht vom iPod, sondern von Didgeridoos. Im Pamagirri Cultural Centre wird musiziert, getanzt und mit Speeren gejagt. Wie die Aborigines das jahrtausendelang getan haben. Nur heute eben für uns.
Taucher zwischen Korallenriffs (© Chamäleon)
Schon klar, seit zehn Tagen warten Sie darauf, dass das größte Korallenriff der Erde an die Reihe kommt. Bitte sehr: Der Katamaran lädt zur Fahrt an das äußere Great Barrier Reef 11. Schnorchelausrüstung ist an Bord, also worauf warten Sie? 359 Hartkorallen-Arten, 5.000 Arten Weichkorallen und Seefedern, Meeresschildkröten und dann Nemo und seine Freunde. Ein Eldorado der Formen und Farben, wo jeder versucht, schöner als der andere zu sein.
Strand von Palm Cove (© Chamäleon)
Was heute Facebook, war zu Zeiten der Quinkan Felsbook. Und dieser Volksstamm der fleißigste, was die nach damaligen Maßstäben akribisch ausgeführten Felszeichnungen der Quinkan-Höhlen belegen. Große Kunst, 20.000 Jahre alt. Unterwegs nach Quinkan Country 12, pflastert das Glück unseren Weg. Vom Wasservogel-Ballett am Lake Mitchell zum Goldschürfer-Fluss Palmer, wo vielleicht noch ein vergessener Nugget rumliegt. Und zum guten Schluss mitten im Regenwald die Mungumby Lodge mit allem, was das Glück perfekt macht.
Die Mungumby Lodge im Regenwald (© Hamish M Haslop, Pacific Downunder / Chamäleon)
Das tropische Cooktown 13, wo Captain Cook 1770 die britische Flagge in den Sand stach, liegt nur eine halbe Stunde entfernt. Eine Fahrt der überwältigenden Bilder. Vor allem das Korallenmeer beflügelt Ihre Fantasie, was Sie am Quarantine Beach tun werden. Nämlich nichts, außer der malerischen Bucht zu Füßen liegen. Der Besuch des James-Cook-Museums hat in dieser Stadt etwas Verpflichtendes, aber bevor Sie fragen, wann wir in die paradiesische Lodge zurückfahren, antworten wir lieber gleich: jetzt.
Mangroven am Cape Tribulation (© JulieVMac, iStockphoto.com / Chamäleon)
Letzte Chance auf ein Stück Freiheit und Abenteuer. Wir nehmen den Bloomfield Track mit Blick auf das Great Barrier Reef, und wo uns der Bloomfield River den Weg versperrt, fahren wir einfach mittendurch. Das Cape Tribulation 14 versöhnt uns mit dem Staub der Piste. Auf nur 0,01 Prozent der Fläche Australiens lebt im saftigen Grün des Regenwaldes fast ein Drittel aller Tierarten. Außer Salzwasser-Krokodilen, die heben wir uns für eine letzte Bootsfahrt auf dem Daintree River auf. Cairns 15 16 übernimmt den Abspann, aber mit Stil. Beim Shoppen auf der Esplanade oder als selig lächelnder Flachmann am Bilderbuchstrand von Palm Cove. Nach mehr als zwei Wochen geht es zurück nach Deutschland 17. Und wenn Sie gefragt werden: »Wie war’s?«, sagen Sie bitte nicht nur »Uihjuihjuihjui«.
Uluru - 17 Tage Wunderwelten-Reise
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