Die Farbenlehre Neuseelands beginnt am Abend in Frankfurt 1 mit Ihrem Flug ans andere Ende der Welt. Die Zeitverschiebung klaut Ihnen einen Tag 2, aber den bekommen Sie auf dem Rückflug wieder. Eine Rundfahrt durch das multikulturelle Auckland 3 zeigt Ihnen erste Bilder der Stadt, von der die Maori sagen, es sei »eine junge Schönheit mit 100 Liebhabern«. Entdecken Sie Schönheit und Liebhaber einen Nachmittag lang nach eigenem Wohlbefinden.
Küste der Halbinsel Coromandel (© Chamäleon)
Das Farbenkonzert beginnt. Die Coromandel-Halbinsel 4 steht für Natur pur, aber bevor wir uns mit Details abgeben, erwandern wir das Unübersehbare: fette Kauri-Bäume, 30 bis 50 Meter hoch und an die 4.000 Jahre alt. Da brauchen auch wir es nicht eilig zu haben. Allenfalls, um rechtzeitig nach Whitianga zu kommen, damit es am Buffalo Beach noch zu einem Spaziergang reicht. Andererseits – der Traumstrand ist auch morgen noch da, und aufgrund der perfekten Lage des Albert Number 6 reichen vom Bett drei Purzelbäume und schon landen Sie im türkisgrünen Badewasser der Bucht. Ein Stückchen weiter, genau gesagt zwölf Kilometer, blubbert das Grundwasser mit ungefähr 60 °C aus dem Sand. Nennt sich Hot Water Beach 5 und lädt freundlichst ein, sich einen eigenen Thermalpool zu buddeln. Bevor Sie allerdings völlig aufgeweicht sind, wäre eine optionale Bootsfahrt entlang der paradiesischen Küste und ihrer verträumten Buchten eine lohnende Alternative.
Traditionelle Maori-Maske (© Chamäleon)
Das könnte Ihr Goldtag werden, denn vielleicht haben die Glücksritter vor 200 Jahren in der Karangahake-Schlucht ein Nugget liegen lassen. Doch nicht? Nun, unsere Fahrt durch die malerischen Landschaften ist auch Gold wert. Und wenn es gewöhnungsbedürftig muffelt, sind wir am Ziel, im einzigartigen aktiven Thermalgebiet Rotorua 6. Da ist der Duft eines traditionellen Hangi doch ein sehr verlockendes Kontrastprogramm. Wird meist nur bei großen Festen zubereitet, aber weil auf unserer Reise jeder Tag ein Fest ist, gibt sich das Mitai Maori Village die Ehre und spielt ein appetitförderndes Konzert dazu.
Wai-O-Tapu, Thermal-Wunderland in Rotura (© Repox, iStockphoto.com / Chamäleon)
Sie müssen sich nicht in jeden warmen Tümpel legen, es macht auch sehr viel Spaß, im Thermalgebiet Wai-O-Tapu zwischen hoch aufschießenden Geysiren und Schlammlöchern zu wandern, die wie Kartoffelbrei vor sich hin blubbern. Wundervolle Ausblicke auf die Vulkane Tongariro, Ngauruhoe und Ruapehu zeigen bereits die Richtung, in die es weitergeht: zum Taupo-See bis in den Tongariro-Nationalpark 7, der sowohl UNESCO-Weltkultur- als auch -naturerbe ist. Für die Maori waren die Vulkane heilig, für uns sind sie das Tüpfelchen auf dem i einer großartigen Landschaft.
Tongariro-Panorama (© Chamäleon)
Auch am Morgen des neuen Tages wandern wir noch ein bisschen über Gottes Fußbodenheizung, dann folgt ein irdisches Meisterstück: Wellington 8, der kulturelle und künstlerische Mittelpunkt Neuseelands. Parlamentsgebäude, ein Streifzug durch das historische Stadtviertel, die Glasmalereien der neugotischen Old Saint Paul’s Church und das Nationalmuseum Te Papa, dem maorischen Namen nach »der Ort der Schätze dieses Landes«. Eine faszinierende Zeitreise von den indigenen Anfängen bis heute. So viel Zeit muss sein. Und wenn noch etwas übrig ist, dann gehört auch der Mount Victoria dazu. Mit Blick auf Stadt und Naturhafen im Zauberlicht der Sonne. Wunderbar. Dann wechselt das Farbspiel wieder zu den unbegreiflichen Blau- und Grüntönen der Südsee. Mit der Fähre schippern wir durch die Cook-Straße und die fjordähnlichen Meeresarme der Marlborough Sounds 9 von der Nord- zur Südinsel nach Picton.
Die Picton Bucht in den Marlborough Sounds (© Dirk Bleyer / Chamäleon)
Der Queen Charlotte Sound 10 erscheint wie die Krönung der Schöpfung, bevor es den Menschen gab. Hier bringt uns das Boot in die zauberhafte Welt der sattgrünen Kegel, die in dem tiefblauen Wasserlabyrinth ruhen. Wir wandern durch den Küstenwald auf die Bergrücken und genießen Ausblicke von umwerfender Schönheit. Durch die Weinbergregion Marlborough führt unsere Strecke nach Kaikoura. Sie würden uns steinigen, wenn wir nicht eine Pause auf einem der familiengeführten Weingüter einlegen würden. Weniger der Rast wegen, sondern um dem hervorragenden Ruf der Marlborough-Weißweine auf den Grund zu gehen. Gewissermaßen unser Aperitif zur Halbinsel Kaikoura 11 und einer höchst entspannten »Sehfari« im Sitzen, mit den Schneegipfeln der Kaikoura-Berge im Hintergrund und davor die Bucht, wo es immer nur eine Frage der Zeit ist, bis Delfine, Seeelefanten oder Wale aufkreuzen. Bei einer kurzen Appetitmacher-Wanderung kommen noch Pelzrobben und Seevögel hinzu.
Farmer treibt seine Schafe (© Dirk Bleyer / Chamäleon)
Dieser Tag bräuchte eigentlich kein Ziel. Der Weg ist das Ziel. Die alpinen Tussocklands, der märchenhafte Buchenwald, Lewis-Pass und Buller-Schlucht sind Vollbeschäftigung für Ihre Augen. Und das Herz jubelt mit. Macht ganz nebenbei Appetit, hilft aber nicht, denn die Pfannkuchen, die Ihnen Ihr Reiseleiter versprochen hat, sind 30 Millionen Jahre alt und bockelhart. Pancake Rocks 12, die urzeitliche Sensation an der Tasmansee, sind immer für einen Nervenkitzel gut, wenn die Brandung durch die Blaslöcher der aufgeschichteten Fladen pfeift. Wie auf der Kirmes, nur mit mehr Schmackes.
Die Pankake Rocks in Punakaiki (© Dirk Bleyer / Chamäleon)
Von den Pancakes zu einem anderen Stein. Von Schwarz zu schimmerndem Grün, denn die Herstellung von Jadeschmuck war schon immer ein traditionelles Handwerk der Maori. Dann vereinen sich alle Farben zu einer Melange, wie sie nur der Fox-Gletscher 13 hervorbringen kann. Er ist ein bisschen wie wir, kommt jeden Tag ein Stück voran. Mit 40 Zentimeter vergleichsweise langsam, was uns bis an die Stelle vordringen lässt, wo Eis und Regenwald aufeinandertreffen. Naturgewalten im Kampf um die Vorherrschaft.
Helikopterflug über die Gletscherwelt (© Skyline Enterprises / Chamäleon)
Dann kommt wieder Blau, ein unfassbares Blau, für das Sie allerdings früh aufstehen müssen. Um diese Zeit ruhen der Mount Cook und der Mount Tasman im makellosen Spiegelbild des Lake Matheson. Unvergesslich wird Ihnen dieser Morgen bei einem optionalen Heliflug über die Gletscher bleiben. Alle anderen, die gern festen Boden unter den Füßen haben, schlagen sich im Dschungel zu den Blue Pools durch. Nächster See: Lake Wanaka 14, gerade recht für einen Schlussakkord im Abendlicht.
Blick über den Wakatipu-See und Queenstown (© Martina Schmitz / Chamäleon)
Heute geht es Schlag auf Schlag. Am Diamond Lake 15 wachsen die Berge förmlich aus dem Wasser, im historischen Cardrona Pub wächst uns der Barmann ans Herz, in Arrowtown liegen vielleicht noch ein paar Körnchen Gold im Fluss, und nicht weit vom Wakatipu-See liegt im Zentrum der Stadt unser Hotel Hurley’s of Queenstown. Jetzt wird es schwierig. Zum See an die Bilderbuch-Promenade? Shoppen in der mehrspurig ausgebauten Kreditkartenmeile? Oder die Musik der Nacht rauf und runter tanzen? Immerhin ist Queenstown 16 die offizielle Abenteuerhauptstadt Neuseelands, und für morgen steht das Programmangebot schon fest: Nach Lust und Laune mit der Gondel auf den Bob’s Peak, zum Nationalvogel ins Kiwi-Haus, mit dem Dampfschiff die Zeit zurückdrehen, im Boot durch den zauberhaften Doubtful Sound oder das Weltnaturerbe Milford Sound.
Kirche »Zum Guten Hirten« am Tekapo-See  (© Bev Bell, FVA Neuseeland / Chamäleon)
Wenn Sie es gern etwas spektakulärer hätten, wird Sie diese Option zufriedenstellen: Von der Kawarau-Brücke werfen sich die mutigsten Bungee-Artisten in die Tiefe, also denn: Auf Wiedersehen, wir warten. Am Tekapo-See noch eine Demonstration in Türkis, danach wird es »very british«. Wir sind in Christchurch 17 18 angekommen und eine kurze Stadtrundfahrt führt uns zum Aussichtspunkt in die Port Hills. Über die Canterbury-Ebene schweift der Blick bis zu den Gipfeln der Neuseeländischen Alpen. Ein Tee auf der Manor Farm gibt Energie für eine letzte Wanderung, die auf der Speisekarte Ihrer Pizzeria »mit alles« heißen würde. Von Ihrem Reiseleiter nach den schönsten Momenten ausgesucht.
Der Tekapo-See (© Daniel Thomson, iStockphoto.com / Chamäleon)
Vielleicht haben Sie die »lange weiße Wolke« gesehen, vielleicht ist es das unergründliche Blau oder ein anderer, farbiger Moment, der Ihnen für immer in Erinnerung bleibt. So oder so stellt sich nach Ihrer Ankunft in Frankfurt 19 20 die Frage: Sag mir, wo die Farben sind, wo sind sie geblieben?
Queen Charlotte - 20 Tage Wunderwelten-Reise
95,3 100 20
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